Die Gallier von der Alb haben mit 32:24 gewonnen und stehen vor dem zweiten Heimspiel an der Tabellenspitze.


Nach sechsmonatiger Durststrecke können die Gallier von der Alb die Heimreise von einem Auswärtsspiel wieder mit zwei Punkten im Gepäck antreten.

 Es war allerdings nicht so einfach wie man auf Grund des Endergebnisses vermuten könnte. Erst zum Ende der ersten Hälfte bekamen die Schwaben das Spiel in der Arena am Ischeland unter Kontrolle und konnten sich in der zweiten Hälfte Tor um Tor absetzen. Die Hausherren versuchten zwar mit dem 7. Feldspieler noch dagegen zu halten, mussten sich am Ende aber mit 24:32(14:13) geschlagen geben. Der HBW Balingen-Weilstetten verteidigt damit die Tabellenspitze vor dem punktgleichen VfL Lübeck-Schwartau.

Es war so etwas wie die Reise ins Ungewisse die HBW-Coach Rúnar Sigtryggsson mit seiner Mannschaft am Freitagvormittag angetreten hat. Jedem war klar, dass der HBW in Hagen die Favoritenrolle hat, aber keiner wusste, wo die Mannschaft tatsächlich steht. Gebetsmühlenartig warnte der Isländer immer wieder davor, den Aufsteiger zu unterschätzen. Mit dem Schwung aus dem ersten Heimspiel sollte seine Mannschaft die Hausherren unter Druck setzen und dafür sorgen, dass die Halle ruhig bleibt. Vom Pokalspiel gegen Leipzig wusste man, dass das Publikum noch in der Aufstiegsstimmung ist und die Hagener Mannschaft unheimlich pushen kann. Das wollte der HBW vermeiden und genau das Gegenteil ist passiert. Lars Friedrich brachte den Favoriten zwar mit 1:0 in Führung, aber nach einer Parade von Marouèn Maggaiz gelang den Hausherren trotzdem der Ausgleich zum 1:1 und kurze Zeit später gingen die Grün-Gelben mit 2:1 in Führung. Gregor Thomann konnte zwar wieder ausgleichen, aber eine Führung gelang den Balingern nicht mehr – ganz im Gegenteil.

Die Fehler im Angriff häuften sich und die Schwaben machten sich das Leben selber schwer. Nach elf Minuten lag der Underdog mit 6:4 in Front. Auch der Eintracht unterliefen im Angriff Fehler, aber der HBW konnte daraus kein Kapital schlagen und in der 20. Spielminute wurde es im HBW-Fanblock – fast 100 Fans hatten die Reisestrapazen auf sich genommen – ziemlich ruhig. Ihre Mannschaft lag nämlich mit 10:7 im Hintertreffen. Die Auszeit, die der HBW-Coach kurz zuvor genommen hatte, ging völlig ins Leere. Seine Jungs hechelten dem Vorsprung ständig hinterher und nach 12:8, sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff, musste Sigtryggsson zum zweiten Mal nachjustieren und die zweite Auszeit zeigte Wirkung. Simen Schønningsen, der nach überstandener Verletzung zum ersten Mal auf der Platte stand, erzielt prompt das 12:9 und Oddur Gretarsson ließ das 12:10 folgen. Jetzt war der Knoten geplatzt. Die Gallier von der Alb gingen zwar noch mit einem Rückstand (14:13) in die Kabine, wurden aber im zweiten Durchgang ihrer Favoritenrolle gerecht.

„Im Gegensatz zur ersten Halbzeit haben wir in der zweiten Hälfte kaum noch Fehler gemacht“, war Trainer Rúnar Sigtryggsson mit seiner Mannschaft jetzt zufrieden. Die Schwaben machten jetzt viel Druck auf die Hausherren und die wurden immer nervöser. In der 37. Minute schwante Eintracht Trainer Niels Pfannenschmidt bereits Böses. Seine Mannschaft führte zwar noch mit 17:16, aber er nahm trotzdem eine Auszeit, um an ein paar Stellschrauben zu drehen – vergeblich. Die Balinger gaben das Spiel nicht mehr aus der Hand. Sie zwangen die Hagener immer wieder zu schwierigen Würfen und die gingen entweder am Balinger Gehäuse vorbei, blieben im Block hängen oder wurde eine sichere Beute des Balinger Keepers. Nach dem 17:17 von Lars Friedrich zogen die Gallier von der Alb unaufhaltsam davon.

Beim Rückstand von 18:22 Mitte der zweiten Hälfte versuchten es die Hausherren mit dem siebten Feldspieler, aber auch davon ließen sich Martin Strobel und Co. nicht mehr verunsichern. Der Kapitän erhöhte mit zwei Treffern auf 19:24 und als Oddur Grétarsson in der 48. Spielminute das 19:25 nachlegte, war bereits die Vorentscheidung gefallen. Die Hausherren mussten ihrer aggressiven und kräftezehrenden Spielweise Tribut zollen und verloren mehr und mehr den Faden. Dass es am Ende nur acht Tore Unterschied waren, lag daran, dass auch die Balinger den Fuß wieder etwas vom Gas nahmen. In einer doppelten Überzahl zu Beginn der letzten zehn Minuten hätten sie das Ergebnis noch deutlicher in die Höhe schrauben können. Als Gregor Thomann in der 54. Minute das 20:28 aufs leere Hagener Tor erzielte, war der Drops dann endgültig gelutscht.

VfL Eintracht Hagen:
Tobias Mahncke, Dragan Jerkovic(TW); Tim Lindner, Soren Kress 4/1, Tilman Pröhl, Sebastian Schneider 1, Jannis Fauteck, Julian Renninger 3, Bartosz Konitz 4/1, Paul Saborowski 1, Dominik Waldhof, Jan-Lars Gaubatz 6, Daniel Mestrum 2, Jan von Boenigk 3;

HBW Balingen-Weilstetten:
Marouèn Maggaiz, Tomáš Mrkva (TW); Simen Schønningsen 2, Christoph Foth, Tobias Wagner, Matthias Flohr 2, Jannik Hausmann, Gregor Thomann 5, Lars Friedrich 4, Sigtryggur Daði Rúnarsson, Oddur Grétarsson 7/3, Martin Strobel 5, Markus Stegefelt 1, Jona Schoch 3, Valentin Spohn 3;

Strafwürfe: VfL 4/2, HBW 3/4;
Zeitstrafen: VfL 4, HBW 2;

Nächstes Spiel: HBW Balingen-Weilstetten - HC Rhein Vikings, Samstag, 9. September, um 19:00 Uhr in der Balinger SparkassenArena.

VfL Eintracht Hagen  HBW Balingen-Weilstetten

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