Konstanz-Kapitän Fabian Schlaich fällt noch lange aus.


Vor dem Heimspiel der HSG Konstanz am Samstag, 20 Uhr, in der „Schänzlehölle“ gegen Eintracht Hildesheim spricht HSG-Kapitän Fabian Schlaich über seine Verletzung, die ungewohnte Rolle als Zuschauer und den Saisonstart. Dazu verrät er, warum er der HSG Konstanz in einer nochmals stärker gewordenen 2. Bundesliga gute Chancen im Kampf um den Klassenerhalt einräumt.

Fabian Schlaich ist 26 Jahre alt. Der Linksaußen kam zur Saison 2013/14 vom HBW Balingen-Weilstetten zur HSG Konstanz und ist seit 2015 Kapitän des Zweitligisten. Der 1,80 Meter große flexible Allrounder war mit 133 Saisontoren in der vergangenen Zweitligaspielzeit drittbester Torschütze der HSG und studiert in Konstanz Sport und Deutsch auf Lehramt.

Fabi, kurz vor dem Saisonstart hast Du einen doppelten Bandscheibenvorfall erlitten und fällst seitdem aus. Wie läuft die Reha und wann können Mannschaft und Fans Dein Comeback erwarten?
Ich habe morgen wieder einen Arzttermin, aber es geht deutlich bergauf. Ich bin bei unserem Mannschaftsarzt Dr. Tobias Payer und unserem Physiotherapeuten Marc Götz in guter Betreuung und arbeite täglich an meinem Comeback. Derzeit stehen vor allem leichte Kräftigungs- und Stabilisationsübungen auf dem Plan. Der Vorfall ist nun vier Wochen her, aber es wird wohl noch einmal vier bis sechs Wochen dauern, bis ich auf das Spielfeld zurückkehren kann. Aber immerhin ist eine Operation nach aktuellem Stand vom Tisch.

Du hast in den letzten vier Jahren kein einziges Pflichtspiel verpasst. Nun bist Du zum Zusehen verdammt. Wie kommst Du mit der neuen, ungewohnten Rolle als Zuschauer zurecht?
Das Schlimmste ist, dass man keinen Einfluss nehmen kann. Trotzdem: Immer, wenn ich dabei bin, möchte ich die Mannschaft unterstützen. Deshalb ist die derzeitige Situation alles andere als angenehm. Es fühlt sich komisch an, hilflos, wenn man nichts machen kann. Aber es hilft auch nicht, sich aufzuregen. Ich gebe mein Bestes, damit ich die Jungs schnellstmöglich wieder auf dem Spielfeld unterstützen kann.

Mit Dir fehlt nicht nur ein Leistungsträger, sondern auch der Kapitän. Seit drei Jahren hast Du dieses Amt. Hat Dich dies persönlich in der Entwicklung beeinflusst?
Die Verantwortung als drittältester Spieler im sehr jungen Kader hat man als gestandener Spieler ohnehin. Natürlich bin ich mir der Vorbildfunktion bewusst, aber ich würde sagen, dass es nichts in meiner Entwicklung gibt, das ohne das Kapitänsamt nicht eingetreten wäre.

Zur sportlichen Situation: Zum Saisonstart gab es zwei knappe, unglückliche Niederlagen und 0:4 Punkte…
… was man deshalb auch nicht überbewerten sollte. Wir hatten es mit Hamm zu tun, einem starken Gegner, der diese Saison eine gute Rolle spielen wird. Wir haben gesehen, dass wir dennoch gut mithalten konnten und uns nicht verstecken müssen. Wir hätten das Spiel auch gewinnen können. Dass wir dann in Düsseldorf verlieren, ist vor allem wegen der Art und Weise traurig und schade.

Was fehlt aktuell noch in Partien, in denen Kleinigkeiten den Ausschlag geben?
Wir sind von unserer Topform schon noch ein Stück entfernt. Vor allem im Zusammenspiel. Dies ist nach der kurzen, nicht optimal verlaufenen Vorbereitung mit vielen Verletzungen wenig verwunderlich. Das merkt man uns an. Umso schöner ist es doch, dass wir trotzdem mithalten können und ganz nahe dran sind, obwohl wir noch nicht so nahe an unserer Topform sind. Das stimmt mich sehr zuversichtlich.

Am Samstag, 20 Uhr, stellt sich zum ersten Mal überhaupt Eintracht Hildesheim am Schänzle vor, ein weiterer Aufsteiger. Was erwartest Du?
Der Gegner ist uns relativ unbekannt, bis auf Savvas Savvas, der uns schon letzte Saison im Trikot des ASV Hamm einige Probleme bereitet hat. Wie alle Aufsteiger in diesem Jahr ist Hildesheim auf gar keinen Fall zu unterschätzen. Trotzdem ist klar, dass wir, wie alle unsere Heimspiele, diese Partie unbedingt gewinnen wollen. Trainer Daniel Eblen wird uns gut vorbereiten und dann geht es mit Vollgas los. Wir hoffen nach dem Ende des Hochsommers und der Ferien wieder auf mehr Zuschauer. Die Unterstützung unserer Fans in der „Schänzlehölle“ ist immer top, die geben immer Gas. Dasselbe können sie von uns erwarten, wir werden uns von Anfang an zerreißen, müssen eine starke Abwehrleistung hinbekommen und dazu emotional bei 100 Prozent sein.

Erwartest Du, dass in dieser Saison wieder die halbe Liga bis zu den letzten Spieltagen um den Klassenerhalt kämpft?
Ich hoffe, dass es nicht so sein wird. Ich schätze die Liga in der Spitze mit Balingen, Coburg und dem Bergischen HC stärker ein, diese Mannschaften werden wesentlich weniger Punkte lassen als die Aufsteiger in die 1. Bundesliga zuletzt. Auch unten ist die Liga durch die guten Aufsteiger noch einmal stärker geworden. Dazu gibt es Mannschaften wie Hamm, die mit diesen Regionen nun nichts mehr zu tun haben und sich nach oben absetzen werden. Es wird diese Saison deshalb mehr denn je auf die Duelle gegen die direkten Konkurrenten ankommen, wo wir uns in der letzten Spielzeit doch recht schwer getan haben. Insgesamt ist die Liga stärker geworden, deshalb wird es, nicht nur für uns, noch schwerer als letztes Jahr, sich durchzusetzen.

Was spricht im knallharten Abstiegskampf dann für die HSG Konstanz?
Wir haben uns in der Breite noch einmal verstärkt und können Ausfälle nun besser kompensieren. Dazu das, was Konstanz die letzten Jahre ausgezeichnet hat: Dass wir kämpfen bis zum Schluss, die super Kameradschaft, dass wir alle mit riesengroßem Spaß bei der Sache sind und richtig Bock auf die 2. Bundesliga und darauf haben, Zeit miteinander auf und neben dem Spielfeld zu verbringen.

HSG Konstanz

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