Gerade hatte Daniel Hideg das 14:15 erzielt (29.) ...

... und alle schien darauf hinauszulaufen, dass die HG – wie öfter in letzter Saison und auch zum Rundenauftakt gegen HBW Balingen-Weilstetten II – mit einer knapp verlaufenden zweiten Halbzeit zu rechnen hatte, aus der sie eventuell auch gegen den TSV Neuhausen auf Fildern womöglich als Sieger in diesem Match der 3. Handball-Liga hervorgehen könnte.

Doch weit gefehlt – am Ende unterlag Oftersheim/Schwetzingen fast noch schmeichelhaft nur mit 25:30 (14:16).

Hidegs erwähntem Treffer – seinem siebten bis zur Pause – gingen ein kleiner Fehlstart (6:9/14.) und eine geglückte Aufholjagd (12:12/24.) voraus. „Die erste Halbzeit war wirklich ein offener Schlagabtausch, ein gute Vorstellung“, meinte TSV-Trainer Ralf Bader. Was dann folgte, hätte wohl keiner so erwartet, die HG-affinen Gesichter wurden nicht nur auf den Rängen immer länger. Auch in den Annalen lässt sich nichts finden und soweit sich Anwesende zu erinnern vermochten, gab es solch eine „Auszeit“ noch nie in der ersten Mannschaft der HG seit ihrer Gründung 1997.

Beide Seiten spielten weiter munter auf, doch für über 16 Minuten trafen nur die Schwaben. Die HG-Akteure kämpften mit Schrittfehlern, Fehlpässen und im TSV-Kasten fischte Sebastian Arnold alles raus. Nur zwei Siebenmeter überließ er seinem Kollegen Nicolas Gross, die dieser souverän parierte. Das daraus resultierende 14:23 erwies sich anschließend als zu hohe Hypothek. „Mit so vielen Fehlwürfen und technischen Fehlern ist es schwer zu gewinnen“, war HG-Coach Holger Löhr klar und er fügt an: „obwohl wir uns gegen die offensive Deckung viele Chancen erarbeitet hatten. Die müssen wir nur rein machen.“ Ab und an wurde auch der freie Mann nicht gesehen, letztlich resümiert der Cheftrainer: „Wir haben sicherlich im Angriff ein Problem.“

Eine „Abwehrschlacht“ hatte Löhr im Vorfeld vermutet, in der sich seine Leute behaupten sollten. Doch schon in der ersten Minuten wurde das Heimteam immer wieder ausgekontert. Fünf technischen Fehlern und zwei Fehlversuche auf das Tor von Arnold brachten sechs Neuhäuser Tempogegenstöße ein. Doch aus dieser ersten Depression navigierten sich Hideg und Co. wieder heraus – bis dann der völlig Zusammenbruch anstand.

„Es geht uns einfach nicht mehr so leicht von der Hand“, meinte Löhr. Nach Fehlern setze sich die Mannschaft zunehmend unter Druck, verkrampfe immer mehr. Neuhausen hingegen hätte als Aufsteiger so unbeschwert aufgespielt wie seine Truppe letzte Saison. „Wir haben einfache Fehler gemacht, die vorher angesprochen waren.“ Auch die Abwehr, wenn sie denn mal in der 6:0-Formation stand und nicht zum Konter enteilenden Schwaben hinterher hechelte, war nicht immer nach seinem Geschmack: „Wir standen nicht kompakt, der letzte Schritt hat manchmal gefehlt.“

HG Oftersheim/Schwetzingen - TSV Neuhausen/Filder 25:30 (14:16)

HG Oftersheim/Schwetzingen: Daniel Unser, Marius Gabel, Max Barthelmeß (1), Kai Rudolf, Simon Förch (4), Julian Zipf (2), Lukas Sauer (1/1), Niklas Krämer (2), Justus Mehl (1), Alexander Sauer (3), Christian Fendrich, Kevin Körner, Daniel Hideg (7/3) - Lino Messerschmidt (4); Trainer: Holger Löhr

TSV Neuhausen/Filder: Sebastian Arnold, Nicolas Gross, Leon Pabst, Moritz Hipp (2), Markus Fuchs, Roman Fleisch (1), Luis Sommer, Philipp Keppeler (4) - Hannes Grundler (9/3), Timo Flechsenhar, Timo Durst (4), Lucca Holder (2), Dominik Eisele (4) - Daniel Roos (4); Trainer: Ralf Bader

Schiedsrichter: Stefan Walter, Florian Weinig

Zuschauer: 400

Gelb: Lino Messerschmidt (2.), Simon Förch (2.), Niklas Krämer (2.) / Philipp Keppeler, Hannes Grundler (2.), Dominik Eisele

Strafminuten: 2:8

2 Minuten: Niklas Krämer / Timo Durst, Dominik Eisele, Dominik Eisele, Hannes Grundler

Vergebene Siebenmeter: Alexander Sauer, Daniel Hideg / -

HG Oftersheim/Schwetzingen  TSV Neuhausen/Filder

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