Das soll etwas heißen.


Da war doch TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott am Samstag schon eine Stunde nach dem Abpfiff nicht mehr bereit, sich über die erste Halbzeit zu ärgern, in der seine TusSies sich in Neckarsulm einen 15:17-Rückstand eingehandelt hatten, der hauptsächlich einer unerklärlichen Defensiv-Zurückhaltung zuzuschreiben war. Die Erinnerung kam bei Rott dann doch wieder: „Wir haben, glaube ich, 15 Tore aus dem Rückraum ohne jeglichen Körperkontakt kassiert. Wir hatten keine Abwehr und keine Torhüterleistung“, bilanzierte der TusSies-Boss. Man sollte an dieser Stelle vielleicht die Keeperinnen in Schutz nehmen, die von ihren Vorderleuten doch schmählich im Stich gelassen wurden.

Und weil man genau wusste an was es lag, wurde in der zweiten Halbzeit alles besser. Einhergehend mit einer aggressiven 6:0-Deckung, erlangte Jasmina Jankovic Zugriff auf etliche Bälle – und dann ging es mit gewaltigem Tempo nach vorne. Ina Großmann und Kelly Vollebregt hatten auf den Außenpositionen den Gegenstoß-Turbo eingeschaltet, Anna Loerper, die neun von neun Siebenmetern ins Netz jagte, machte das Spiel schnell. Neckarsulms Trainer Emir Hadzimuhamedovic nahm in rascher Folge zwei Auszeiten. Zu reparieren war da allerdings schon gar nichts mehr.

Zwei Minuten waren in Abschnitt zwei gespielt und Kelly Vollebregt hatte beim 17:18 die TuS in Front gebracht. Auf Ina Großmanns Rechnung ging das 19:23 (38.). Das war ein 8:2-Lauf seitens der Pink Ladies. Freilich packte man da noch vier Dinger drauf. Wieder Vollebregt traf zum 19:27 nach 43 Minuten. Damit war der Fall in der Ballei besprochen, der finale 36:24-Sieg der TuS Metzingen verblüffte viele.

„So deutlich hätte ich es nicht erwartet“, schüttelte Ferenc Rott ungläubig den Kopf. Auf Nachfrage ließ er sich dann sogar noch hinreißen, eine Spielerin aus dem pinken Kollektiv herauszuheben. „Was Monika Kobylinska gespielt hat, war schon überragend“, lobte er den Neuzugang auf halbrechts. Man wird an ihr sicher noch viel Freude haben. An ihren Mitspielerinnen freilich auch – sofern sie nicht vergessen, dass die Abwehr ein wesentlicher Bestandteil des Handballs ist. Quelle: Südwestpresse – Wolfgang Seitz.

So spielte die TuS Metzingen:
Jankovic, Roch – Zapf (2), Amega, Kobylinska (7), Loerper (10/9), Minevskaja (4/1), Ingenpaß, Großmann (5), Weigel (1), Vollebregt (4), Obradovic (2), Beddies (1), Behnke.

TuS Metzingen  Neckarsulmer Sport Union

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