„Gezeigt, dass wir auch solche Topteams bespielen können“.


Gegen das Bundesliga-Topteam SV Zweibrücken zeigte sich die A-Jugend der HSG Konstanz bereits in großer Spiellaune, musste sich nach einem packenden, spannenden Schlagabtausch am Ende aber mit 28:31 (16:17) geschlagen geben. Für Trainer Thomas Zilm überwog, trotz des Ärgers über „zwei verschenkte Punkte“ die Erkenntnis, sich selbst mit Spitzenmannschaften auf einem Niveau zu bewegen.

„Es ist natürlich schade, dass wir zwei Punkte, die im Bereich des Möglichen waren, nicht geholt haben“, meinte der B-Lizenzinhaber nach einem intensiven, temporeichen Spiel. Die Gäste, bei denen unter der Woche Trainer Tony Hennersdorf, der zugleich die Oberliga-Mannschaft trainiert hatte, entlassen worden war, wurden nun alleine von Weltmeister Christian Schwarzer betreut. Sein Sohn Kian eifert dem ehemaligen Weltklasse-Kreisläufer nach und war mit fünf Toren vom Kreis schwer unter Kontrolle zu bekommen. Das Spiel der Rheinland-Pfälzer beschränkte sich dabei im Wesentlichen auf drei Akteure: Kian Schwarzer, den zehnfachen Torschützen Philipp Meiser und den achtmal erfolgreichen Marc-Robin Eisel, die auch schon zu den Stützen des Zweibrücker Oberligateams zählen.

Konstanz wirkte in den Anfangsminuten nervös und musste erst einmal einen 1:5-Rückstand (6.) hinnehmen, ehe der Zweitliga-Nachwuchs der individuellen Klasse der Gäste ihr – aus einer immer stabiler werdenden Deckung mit einem starken Moritz Ebert zwischen den Pfosten – gefürchtetes Tempospiel entgegensetzten. Joel Mauch hämmerte den Ball dazu unter die Latte und Johnny Polis schüttelte am Kreis gleich zwei Gegenspieler ab und starteten die Konstanzer Aufholjagd, die bald in den 5:6-Anschluss mündete (11.). „Es ist für alle Teams schwierig, in die Saison zu finden“, meinte Thomas Zilm und verwies auf starke Phasen, die sich immer wieder mit schwächeren abwechselten. „Wir hatten die Momente, wo Zweibrücken große Schwierigkeiten hatte, unser Tempo mitzugehen. Umgekehrt war das leider genauso der Fall, wo sie uns ihren Stempel aufgedrückt haben.“

Vor allem Mitte der ersten Halbzeit konnte Konstanz den Druck über die erste und zweite Welle erhöhen, obwohl Zweibrücken immer wieder zu einfachen Toren vor allem aus dem Rückraum kam. Groß war der Jubel deshalb, als nach erneutem Vier-Tore-Rückstand Jonas Hadlich mit der Pausensirene auf 16:17 verkürzte und den Auftakt für eine dramatische zweite Halbzeit markierte. Nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel war der Ausgleich zum 18:18 erstmals erzielt. In den vier Minuten nach dem 19:19 konterten allerdings wieder die Gäste in Überzahl mit einem 4:0-Lauf und setzten sich erneut auf 24:19 (39.) ab, ehe die HSG-Talente in einer nun mitunter ruppigen Begegnung einige Zeitstrafen der Gäste inklusive zweier Roter Karten nach jeweils drei Zeitstrafen mit großem Kampfgeist nutzten und die Spannung am Leben hielten.

Als der gut aufgelegte, fünfmal erfolgreiche Lars Michelberger drei Minuten vor Schluss auf 28:30 verkürzte, bot sich den Gelb-Blauen vom Bodensee noch einmal die Chance – doch die cleveren Gäste behielten kühlen Kopf und sicherten sich, deutlich effektiver als die Hausherren,  beide Punkte. „Im Endeffekt hat heute die etwas glücklichere Mannschaft gewonnen“, so Zilm. „Uns haben die Unterzahlsituationen viel Kraft gekostet, Zweibrücken hat sie mit einfachen Toren gespart und am Ende ist uns die Zeit weggelaufen.“ Geärgert habe er sich, dass es einer Mannschaft nur phasenweise gelungen sei, ihr Potenzial abzurufen. „Deshalb haben wir zwei Punkte verschenkt. Nichtsdestotrotz haben wir gezeigt, dass wir auch solche Topteams bespielen können“, so der HSG-Coach.

HSG Konstanz – SV Zweibrücken 28:31 (16:17)

HSG Konstanz: Moritz Ebert, Sven Köster (Tor); Felix Fehrenbach (2), Patrick Volz (3), Lars Michelberger (5), Hendrik Dahm, Jonas Hadlich (4), Julian Kirschmann, Joel Schamberger (1), Joel Mauch (8/5), Julian Küchler (2), Moritz Dierberger (1), Johnny Polis (2), Robin Schmidt.

HSG Konstanz  SV 64 Zweibrücken

Zum Seitenanfang