Konstanz-Mittelmann Tom Wolf nach der knapp verpassten Sensation gegen Wetzlar.


Um ein Haar wäre der HSG Konstanz die große Pokalsensation gegen den Erstliga-Sechsten HSG Wetzlar gelungen. Nach einem 11:16-Pausenrückstand gewann Konstanz die zweite Halbzeit, kam drei Minuten vor dem Ende zum 29:29-Ausgleich und hatte dann sogar die Chance zur Führung. Am Ende behielten die Bundesligaprofis zwar doch noch knapp mit 31:29 die Oberhand, die HSG aus der größten Stadt am Bodensee wurde in Teningen jedoch minutenlang für ihre Leistung gefeiert und konnte viel Selbstvertrauen für den Zweitligastart am 26. August in eigener Halle gegen den ASV Hamm tanken.

Tom Wolf, 23-jähriger Mittelmann, kam im Sommer aus Krefeld nach Konstanz, hat dort an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität ein Psychologiestudium aufgenommen und sich vor allem in der Abwehr bereits als feste Größe etabliert. Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas lässt der gebürtige Mönchengladbacher die Eindrücke eines verrückten Pokalabends noch einmal Revue passieren und freut sich auf sein erstes Zweitligaspiel.

Tom, was war der Schlüssel dazu, dass bis in die allerletzte Minute die Sensation greifbar war?
Dass wir uns reingekämpft haben. Gerade in der Anfangsphase haben wir direkt zu spüren bekommen, dass Wetzlar letztes Jahr oben mitgespielt hat und auf Platz sechs stand. Je länger das Spiel ging, desto besser konnten wir mithalten und haben uns festgebissen. So haben wir auch die Halle immer mehr auf unsere Seite bekommen. Vor allem unsere mitgereisten Fans haben gut Stimmung gemacht. Wetzlar hat sicher nicht am Leistungsmaximum gespielt, aber genau das ist die Chance im Pokal, die man ausnutzen kann. Beim 29:29 kamen sie jedoch sicher etwas in Schwitzen und Grübeln, das war unser Ziel. Wir wollten einen guten Vorbereitungsabschluss, damit wir mit einem guten Gefühl auf Hamm hinarbeiten können.

29:29, in der 57. Spielminute, gegen den großen Favoriten. Was geht einem da durch den Kopf?
Tatsächlich gar nicht so viel. Man schmunzelt über jedes Tor, das man erzielt. Das macht einfach Spaß. Für solche Partien spielt man Handball. Wir hatten die Chance, gegen eine richtig, richtig gute Mannschaft ein schönes Spiel zu machen. Da ist man auch gar nicht nervös, sondern einfach voller Vorfreude, weil man nichts zu verlieren hat – aber viel gewinnen kann, wenn man sich gut schlägt.

Auch wenn die große Überraschung doch ausblieb: Was nehmt Ihr aus diesem tollen Auftritt mit?
Ganz viel Positives. Wenn wir alle zusammen Handball spielen, dann steht die Deckung, das macht den Torhütern das Leben leichter, und wir erzielen unsere Tore über die zweite Welle. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren wir hier sehr erfolgreich. Wir nehmen mit, dass man mit Aggressivität gegen jeden Gegner mithalten kann. Wenn wir das beherzigen, werden wir hinten stehen und vorne über die erste und zweite Welle sehr gefährlich sein.

Das Pokalspiel war beste Werbung für den Zweitligaauftakt am Samstag in der Schänzlehölle. Wie groß ist die Vorfreude?
Mega! Ich freue mich riesig, dass wir endlich vor einer richtig schönen Kulisse spielen können. Der Pokal war ein ganz guter Vorgeschmack, was geht, wenn wir die Halle auf unserer Seite haben. Wenn am Samstag eine richtig volle Schänzlehölle auf uns wartet, denke ich, dass wir ein richtig gutes Spiel machen können. Ich bin gar nicht nervös, ich freue mich einfach tierisch darauf und dass wir nun in die Punktspiele gehen. Wir hoffen, dass viele Fans kommen und uns auf dem Weg zu den ersten wichtigen Punkten helfen können.

Mit dem ASV Hamm kommt einer der Aufstiegsanwärter zum ersten Spiel…
… eine sehr gute Mannschaft, die im oberen Drittel landen wird. Aber auch da muss man sehen, dass sie letzte Saison auswärts nicht so stark waren. Da haben wir außerdem noch etwas gutzumachen – zumindest der größte Teil von uns, der die bittere 26:28-Heimniederlage erlebt hat. Ich versuche dabei zu helfen. Bei uns zu Hause wird das wohl ein knappes Spiel, eines auf Augenhöhe.

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