Juniorinnen verlieren gegen Dänemark.


Zweites Hauptrundenspiel, zweite Niederlage für die Juniorinnen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes. Gegen den amtierenden Welt- und Europameister Dänemark verlor die Mannschaft des Trainer-Duos Marielle Bohm und Jens Pfänder am Mittwochabend, trotz einer tollen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit, mit 21:22 (6:14). Beste Werferin auf Seiten des deutschen Teams war Rückraumspielerin Franziska Peter mit fünf Treffern.

Damit schließt die DHB-Auswahl die Hauptrundengruppe II ohne einen Punkt auf dem letzten Platz ab und spielt ab Freitag in der Platzierungsrunde um die Plätze fünf bis acht. Gegner wird am Freitag, 4. August, um 12 Uhr mit Norwegen ein weiterer Vertreter aus Skandinavien sein (im Livestream via www.ehftv.com).

Die Däninnen schließen mit dem Erfolg gegen Deutschland die Hauptrunde ungeschlagen auf Platz eins ab und ziehen genauso wie Frankreich in das EM-Halbfinale ein.

Stimmen zum Spiel:

Marielle Bohm: "Die Platzierung stand zwar vor dem Spiel schon fest, wir haben aber dennoch ein theoretisch unwichtiges Spiel für uns mit einem doch guten Gefühl beenden können. Nach der gestrigen Niederlage und dem Auftreten meiner Mannschaft war das heutige Spiel sehr wichtig für uns, dass wir Charakter zeigen, dass wir aufstehen und uns so Selbstvertrauen für die zwei Platzierungsspiele holen. In der ersten Halbzeit haben wir es durch eigene Fehler nicht geschafft, im Spiel zu bleiben. Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass sie an sich glauben und am Matchplan festhalten soll. Wenn sie das macht und an sich glaubt, verringern sich dadurch auch die individuellen Fehler. Wenn wir das umsetzen, was wir uns vornehmen, dann sieht das so aus, wie wir es phasenweise in der zweiten Halbzeit gezeigt haben. Da war die Mannschaft zu sehen, wie wir sie kennen. Diesen Schwung wollen wir mit in die zwei Platzierungsspiele nehmen. Wenn wir konzentriert Handball spielen, dann können wir sicherlich mit jedem Gegner mithalten und das gilt es jetzt in den kommenden beiden Spielen zu zeigen. Wir wollen uns bestmöglich aus dem Turnier verabschieden."

Jens Pfänder: "Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich zwei Halbzeiten ablaufen können. Was wir heute gegen eine absolute Top-Mannschaft gesehen haben, war wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. In der ersten Halbzeit haben wir uns wirklich versteckt und mit uns spielen lassen. Wir haben es absolut nicht geschafft, in unserer Verteidigung Zugriff auf die dänischen Spielerinnen zu bekommen. Wir hatten auch Glück, dass Sarah Wachter eine starke Partie gezeigt hat, sodass wir "nur" mit acht Toren Rückstand in die Pause gegangen sind. In der zweiten Halbzeit spielt es sich natürlich auch ein Stück weit leichter, wenn man das Spiel vermeintlich schon verloren hat. Die Mannschaft hat dann aber zu jeder Zeit an sich geglaubt und die Leichtigkeit, mit der sie aus der Kabine kam, die gesamten 30 Minuten gezeigt. Auch nach kleineren Rückschlägen in der zweiten Halbzeit haben wir uns nicht entmutigen lassen und sind bis zum Schluss dran geblieben. Das war moralisch für uns sehr wichtig im Hinblick auf die kommenden beiden Aufgaben. Jetzt heißt es, den Kopf oben zu haben und mit voller Energie die zwei Spiele anzugehen."

Spielverlauf:
Zu Beginn der Partie dominierte der Favorit aus Skandinavien das Geschehen. Line Berggren Larsen und die starke Sarah Stougaard sorgten für eine frühe 2:0-Führung der Däninnen. Die deutsche Mannschaft tat sich schwer gegen die stabile und aggressive dänische Verteidigung und kam so zu wenigen freien Würfen.

Louisa De Bellis sorgte nach mehr als fünf Spielminuten endlich für den ersten DHB-Treffer (1:2), doch Sicherheit sollte das nicht bringen. Vor allem in der eigenen Defensive bekam die Mannschaft von Bohm/Pfänder keinen Zugriff gegen den gut aufspielenden Welt- und Europameister. Auch in der Offensive fehlte der Mut und die Durchschlagskraft, hinzu kamen individuelle Fehler. Folgerichtig setzte sich Dänemark kontinuierlich ab und führte nach zwölf Minuten nach einem weiteren Treffer von Berggren mit 6:1.

Elisa Stuttfeld beendet die zweite mehrminütige Torflaute der DHB-Auswahl, die Skandinavierinnen blieben jedoch weiterhin tonangebend, sodass Marielle Bohm beim Stand von 2:7 die erste Auszeit nahm. Aus dieser kam die deutsche Mannschaft etwas gestärkt raus und verkürzte, auch dank einer jetzt stark haltenden Sarah Wachter, mit einem 3:0-Lauf den Rückstand (5:8, 20. Minute), scheiterte in der Folge dennoch aber immer wieder an der gut aufgelegten dänischen Torfrau Laerke Sörensen.

Dänemark war in den letzten Minuten der ersten Halbzeit wieder die spielbestimmende Mannschaft und baute seinen Vorsprung aus - 8:14 aus deutscher Sicht zur Pause. Auf Seiten der Däninnen überzeugten besonders Linksaußen Stougaard, welche die deutsche Verteidigung zu keiner Zeit in den Griff bekam, mit sieben Treffern sowie Torfrau Sörensen mit insgesamt zwölf Paraden. Im deutschen Tor verhinderte Wachter mit mehreren sehenswerten Paraden einen höheren Pausenrückstand.

Nach dem Seitenwechsel kam die deutsche Mannschaft wie verwandelt aus der Kabine. Über eine jetzt intensive und aggressive Verteidigung, agierte die DHB-Auswahl nun auch in ihren Offensivaktionen mit mehr Mut und Überzeugung. Alicia Soffel mit drei Toren und Selina Kalmbach verkürzten den Rückstand auf sechs Tore (10:16, 39. Minute) - Auszeit Dänemark.

Doch auch die sollte zunächst am Spielgeschehen nichts ändern. Deutschland blieb am Drücker und verringerte mit nun jedem Angriff den Rückstand. Mia Zschocke zwang mit einem schönen Rückraumtreffer zum 14:16 aus deutscher Sicht die dänischen Trainer in der 43. Minute bereits zur zweiten Auszeit.

Änderte sich die Partie nach der ersten Auszeit nicht, sollte sich das jetzt ändern. Der amtierende Welt- und Europameister agierte nun wieder konzentrierter, Stougaard beendete die knapp achtminütige Torflaute der Skandinavierinnen. Auch die ins Tor zurückkehrende Sörensen vereitelte deutsche Chancen. Es folgte ein 3:0-Lauf der Däninnen, sodass die Anzeigetafel in Celje nach 50. Minuten wieder einen sechs-Tore-Vorsprung für Dänemark zeigte.

Deutschland erholte sich wiederum von dem neuerlichen Rückschlag und kämpfte sich über eine nun sicher stehende Verteidigung nach einem Treffer von Franziska Peter zurück in Schlagdistanz (18:20, 54. Minute). In der Schlussphase blieb die Partie ausgeglichen, doch die Däninnen schafften es immer wieder, in der Offensive entscheidende Nadelstiche zu setzen. Stuttfeld verkürzte fünf Sekunden vor dem Ende auf einen Treffer, doch eine Chance auf den Ausgleich bekamen die Juniorinnen nicht mehr. So wurde eine tolle Aufholjagd in der zweiten Halbzeit nicht belohnt und Dänemark setzte sich schließlich mit 22:21 durch.

Dänemark - Deutschland 22:21 (14:6) in Celje/Slowenien

Deutschland: Katharina Filter (Buxtehuder SV), Lea Rühter (Buxtehuder SV), Sarah Wachter (TV Nellingen/SC Korb) - Selina Kalmbach (Neckarsulmer SU/1), Amelie Berger (TSV Bayer 04 Leverkusen/2), Louisa De Bellis (SG BBM Bietigheim/2), Nina Fischer (TG Nürtingen), Elisa Stuttfeld (TV Nellingen/4), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen/1), Amelie Bayerl (TSV Ismaning/HFCD Gröbenzell), Alicia Soffel (FSG Mainz 05/Buddenheim/3), Isabelle Dölle (SV Werder Bremen), Franziska Peter (TSV Ismaning/ESV Regensburg/5/4), Annika Lott (TSV Bayer 04 Leverkusen/1), Lena Degenhardt (SG H2KU Herrenberg/1), Julia Maidhof (Bensheim Auerbach/1)

Beste dänische Werferin: Sarah Stougaard (acht Tore)

Schiedsrichter: Bennani/Bennani (Schweden).

Deutscher Handballbund

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