„Den Elan der zweiten Halbzeit des Ungarn-Spiels müssen wir jetzt mitnehmen. Dann haben wir auch eine Chance, gegen Polen zu gewinnen.“


Das sagte DHB-Trainer Kai Bierbaum nach der unglücklichen Niederlage seines Perspektivkaders im ersten Spiel des zweiten M-Tages gegen Ungarn. Gegen Polen gelang das vorzüglich. Beim 2:1-Erfolg behielt man kühlen Kopf und schob sich mit absolut ausgeglichener Bilanz (2 Siege, 2 Niederlage, 5:5 Sätzen und 167:167 Toren) aktuell auf Rang drei. Noch ein Sieg am morgigen letzten Vorrundentag gegen Spanien (12 Uhr) oder Dänemark (16 Uhr) bringt den Einzug in die Hauptrunde. Die Spiele des deutschen Teams werden in Kooperation mit sportdeutschland.tv auf DHB.de live gestreamt.

DHB-Männer // 3. Gruppenspiel: Deutschland – Ungarn 0:2 (13:20; 25:12, 4:9).

Gegen die seit vielen Jahren in der Weltspitze mitmischenden Ungarn musste die DHB-Auswahl vor dem Seitenwechsel früh die Waffen trecken. Nach der 5:4-Führung riss beim DHB-Team der Faden. Vorne fanden die Kempa-Anspiele auf Jörn Wolterink zu selten den Weg zum Empfänger. Dazu gesellten sich mit zunehmendem Rückstand auch Fehler im Spielaufbau. Die Defensive präsentierte sich nicht leichtfüßig genug für das schnelle ungarische Angriffsspiel. „Eigentlich kommen wir ganz gut rein, machen dann aber vorne zwei, drei technische Fehler und geraten hinten ein wenig in Hektik. Das hat den Ungarn gereicht“, beschrieb Bierbaum den ersten Durchgang. Keeper Daniel Rebmann konnte ebenfalls nicht an seine zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen. Der 13:20-Satzverlust war die logische Folge aus einer bis dahin schwachen Darbietung.

Mit dem Tipp-Off zur zweiten Halbzeit änderte sich das schlagartig. Wie beim Sieg gegen die Niederlande zeigte die deutsche Mannschaft nun ihre ganze Offensiv-Qualität. „Das war eine unglaubliche Leistungssteigerung“, äußerte sich der DHB-Trainer hochzufrieden. Die Ungarn versuchten dieser kurzzeitig mit einem Positionsverteidiger gegen Maria Rascher Herr zu werden. Doch davon ließ sich das Team von Kai Bierbaum nicht beirren und nutzte die sich bietenden Lücken in dieser Phase über Lukas Blohme auf dem rechten Flügel geschickt aus. Über die Stationen 8:6, 14:10 und 19:10 gewann man den zweiten Satz souverän. „Überragend in der Abwehr, mit der letzten Konsequenz im Angriff und einer überragenden Torwartleistung“, war Bierbaum angetan.

Im erzwungenen Shoot-Out hingegen war der Wurm drin. Marian Rascher, Dominik Weiß und Torben Buhre scheiterten am ungarischen Torwart. „Da haben wir mit zwei Situationen Pech gehabt. Aber da war der WM-Dritte Ungarn einfach routinierter als wir“, berichtete der deutsche Trainer.

Deutschland: Thorben Buhre 4, Dominik Weiss, Lukas Blohme 5, Marian Rascher 6, Daniel Rebmann, Julius Porath, Yannick Dräger 2, Wolterink 18, Maurice Dräger 3, Johnny Dähne.

DHB-Männer // 4. Gruppenspiel: Deutschland – Polen 2:1 (13:20, 25:22, 9:6).

Was für ein Spiel, was für eine Leistung. Der Perspektivkader der Männer kommt immer mehr ins Rollen und ruft sein Potenzial immer mehr ab und lässt sich auch von verlorenen Sätzen nicht entmutigen. „Wir haben ein super Team, dass unglaublich Lust auf dieses Turnier hat und richtig was erreichen will“, hatte DHB-Trainer Kai Bierbaum bereits nach dem Lehrgang in Südfrankreich erkannt. Dem lassen Wolterink und Co nun Taten folgen. In einer bisweilen hart geführten Partie waren die Deutschen im ersten Satz gegen den Gastgeber der kommenden Weltmeisterschaft noch fast chancenlos. Im zweiten Abschnitt biss man sich zum Shoot-Out durch. Dort legte Daniel Rebmann mit Vereiteln des ersten Versuchs des Polen Robert Juszyczyk den Grundstein zum Sieg. Vorne trafen alle fünf deutschen Schützen. „Zu dem Spiel muss man nicht so viel sagen. Die Jungs haben eine unglaubliche Mentalität bewiesen“, schwärmte Bierbaum von der Einstellung.

Deutschland: Thorben Buhre 7, Dominik Weiss 2, Lukas Blohme 6, Marian Rascher 6, Daniel Rebmann, Julius Porath, Yannick Dräger 2, Wolterink 16, Maurice Dräger 8, Johnny Dähne. (cb)

Deutscher Handballbund

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