Bereits mehrfach in den letzten Spielen verpennt man auch in Hofweier die erste Spielhälfte komplett. Dies zeigt sich vor allem im Defensivbereich, der schlicht nicht existent war.




Das war schon vor Wochenfrist gegen Kehl so und zumindest mit Abstrichen auch vor drei Wochen gegen die HR Rastatt/Niederbühl.

Dies gilt es schleunigst abzustellen, ansonsten wird der sicher geglaubte Klassenerhalt doch noch einmal in ernsthafte Gefahr geraten.

Das Auftreten in der ersten Hälfte, vor allem in der Abwehr, gab so manchem Zuschauer Rätsel auf. Kein Feuer, keine Bereitschaft, schwierige Wege zu gehen. Solche Geschenke nahm dann selbst auch der Tabellenletzte dankbar an, der mit diesem Erfolg um zwei Plätze steigt und nun wieder dick mit im Rennen ist.

Als dann Mike Kiesewalter in der 19. Spielminute mit einer etwas körperbetonteren Aktion ein Zeichen setzen wollte, wurde diese Aktion postwendend mit einer roten Karte bestraft. Eine völlig überzogene Entscheidung. Die Aktion ging zwar gegen den Körper, allerdings war Kiesewalter keinesfalls „hinten dran“. Eine Zeitstrafe hätte völlig gereicht. Vielleicht war es aber für die Schiedsrichter auch schwer zu entscheiden, denn immerhin war es in der TSO-Defensive die erste Aktion, die innerhalb des handballerischen Regelwerks etwas härter war. Bis zu diesem Zeitpunkt schaffte es die TSO kaum, überhaupt einen Zweikampf zu führen.

Wahrscheinlich war diese Disqualifikation auch nur begrenzt spielentscheidend, denn zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 12:5 und es war eigentlich nicht erkennen, wie die Turnerschaft an diesem Abend noch einmal die Kurve bekommen soll.

Die folgende Überzahlsituation nutzte Hofweier zu zwei Treffern zum 14:5, einen Sieben-Tore-Vorsprung retteten die Gastgeber in die Pause.

Die TSO spielte auch ihren Angriff zu ideenlos und ohne den nötigen Druck. So war man häufig am Rande des Zeitspiels zu unvorbereiteten Würfen gezwungen.

Nach dem Seitenwechsel probierte es TSO-Trainer Hans-Peter Knopf mit einer sehr offensiven Abwehrvariante. In einer Überzahlphase, als man binnen einer Minute vom 21:13 auf 21:16 verkürzen konnte, schien das erfolgsversprechend zu sein. Doch die TSO-Akteure agierten auch in dieser Abwehrformation viel zu unkonzentriert und zu fahrig – und mit einer offensiven Abwehr wird jeder Fehler eben sofort bestraft. So pendelte sich der Sieben-Tore-Abstand in der Schlussviertelstunde endgültig ein. Die TSO konnte nicht mehr verkürzen, die HGW-Handballer mussten nicht mehr nachlegen. Am Ende stand ein völlig verdienter Sieg der HGW-Reserve nicht auf der nicht funktionstüchtigen Anzeigetafel.

HGW Hofweier II - TS Ottersweier 35:28 (19:12)

HGW Hofweier II: Marcel Hilger, Justin Lir, Ruben Zimmermann (4), Jochen Remmel (2), Pascal Czauderna (9/4), Niklas Rudolf (3), Steffen Gambert (7), Manuel Cybulski (6), Eike Neff (2), Mathis Isenmann (1), Tobias Ruf - Philipp Wolber - Marius Deger (1); Trainer: Tobias Buchholz

TS Ottersweier: Stephan Gaiser, Max Hirtz (5), Matthias Schrempp (5), Michael Schrempp, Manuel Hartmann, Christian Spinner (3/2), Adrian Metzinger (5), Gabriel Moser (1), Timm Janko - Paul Hirtz (4) - Manuel Moser (1), Philipp Leppert (2), Mike Kiesewalter (2); Trainer: Ante Vidovic

Schiedsrichter: Rolf-Dieter Schäfer (TuS Ottenheim), Frank Schneider (TuS Ottenheim)

Zuschauer: 100

Gelb: Jochen Remmel (7.) (2:44), Eike Neff (3.) (25:40), Tobias Ruf (2.) (52:42) / Philipp Leppert (4.) (11:34), Mike Kiesewalter (13.) (13:22), Timm Janko (12.) (28:02)

Rot Disqualifikation: - / Mike Kiesewalter (18:09)

Strafminuten: 4:4

2 Minuten: Marius Deger (9:50), Philipp Wolber (31:12) / Timm Janko (38:50), Gabriel Moser (50:32)

Vergebene Siebenmeter: - / Christian Spinner, Manuel Moser

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HGW Hofweier  TS Ottersweier

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