Mit einem vor allem auf Grund einer ganz starken zweiten Halbzeit hochverdienten 30:28 (16:17)-Heimerfolg hat der HBW Balingen-Weilstetten einen weiteren, großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.

Die Gallier haben drei Spieltage vor Ende der Saison jetzt zwei Punkte Vorsprung auf GWD Minden und drei auf Die Eulen Ludwigshafen. Viel Zeit, den Heimsieg zu genießen haben die Balinger allerdings nicht. Am Samstagabend werden sie bereits von den Füchsen Berlin in der Hauptstadt erwartet.

Dass die Mannschaft der Gallier auf das Heimspiel gegen die HSG Wetzlar brennt, war in den letzten Tagen deutlich zu spüren. Jeder freute sich darauf, endlich wieder vor Zuschauern in der Balinger „Hölle Süd“ zu spielen und jeder fieberte dem Einlauf entgegen. Es waren zwar nur 250 Zuschauer zugelassen, aber die bereiteten der Mannschaft einen Gänsehaut-Empfang. Die Stimmung von den Rängen sprang sofort auf beide Mannschaften über und ohne großes Abwarten ging es gleich richtig zur Sache. Es war ein unfassbares Tempo, das beide Teams auf die Platte legten. Abwehr war zunächst mehr oder weniger Nebensache und so taten sich auch beide Torhüter schwer und bekamen wenig bis gar nichts zu fassen.

Wetzlar startete besser in die Partie und lag nach fünf Minuten mit 4:2 in Führung. Die Gallier stabilisierten sich aber und legten einen 4:0 auf die Platte. Nach zehn Minuten wurden die Angriffe deutlich ruhiger. Beide Mannschaften gingen etwas vom Gas, was dem Spiel der Wetzlarer zugute kam. Sie konnten die Balinger Führung egalisieren und selber wieder auf 8:10 (18. Min.) vorlegen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ihr Torhüter immer besser ins Spiel fand und dem HBW die ein oder andere Möglichkeit wegnahm. Kurz vor der Halbzeitpause hatte es tatsächlich den Anschein, als ob die Hessen das Spiel unter Kontrolle bringen. Sie bauten ihren Vorsprung auf 14:17 aus, aber die Gallier konterten noch zwei Mal und so ging es mit 16:17 in die Kabinen.

Aus der kam die Bürkle-Sieben zurück wie die Feuerwehr. Kreisläufer Kristian Bećiri glich zum 17:17 aus und Tim Nothdurft und René Zobel legten auf 19:17 für die Balinger vor. In der Phase machte auch die SparkassenArena ihrem Namen „Hölle Süd“ mal wieder alle Ehre. Torhüter Mike Jensen, der in den ersten dreißig Minuten keinen Ball zu fassen bekam, schnappte sich zwei Strafwürfe in Folge und die Gallier hatten die Partie in der Hand. Wetzlar blieb zwar zunächst noch dran, aber die Jungs von Trainer Jens Bürkle waren eindeutig am Drücker. Nach dem 22:20 nahm Gästetrainer Kai Wandschneider eine Auszeit und versuchte in einer ganz ruhigen Ansprache, seine Jungs nochmals auf Kurs zu bringen. Viel Erfolg hatte er damit allerdings nicht und nach dem 26:22, das Gregor Thomann per Strafwurf erzielte, sah sich Wandschneider gezwungen seine dritte und letzte Auszeit zu nehmen. Jetzt war die Ansprache an die Mannschaft nicht mehr ganz so ruhig, wie noch zuvor, aber der HSG-Coach vermochte die Partie nicht mehr zu drehen.

Balingens Mannschaftskapitän Jona Schoch und Linkshänder Vladan Lipovina erhöhten auf 28:22 und nach dem 29:24 standen in der 52. Spielminute alle Zeichen auf Heimsieg für die Gallier. Der Deckel war allerdings noch nicht drauf auf der Partie und Wetzlar gab sich noch längst nicht geschlagen. Mit einer 4/2-Abwehr schafften es die Hessen nochmals Sand in das Balinger Angriffsspiel zu streuen, aber es war deutlich zu sehen, dass bei den Gästen die Kräfte schwanden. Als sich Tobias Heinzelmann einen Abpraller schnappte und in der 54. Minute zum 30:24 verwandelte, war das Spiel entschieden. Wetzlar konnte noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, aber den dritten Heimsieg in Folge brachten sie nicht mehr in Gefahr.

HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky, Mike Jensen (TW); René Zobel 1, Vladan Lipovina 7, Romas Kirveliavičius, Gregor Thomann 1/1, Tim Nothdurft 6, Fabian Wiederstein, Oddur Grétarsson 1/1, Niklas Diebel, Kristian Bećiri 1, Jona Schoch 3, Björn Zintel 2, Lukas Saueressig 4, Tobias Heinzelmann 2, Moritz Strosack 2;

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Anadin Suljakovic, Tibor Ivanisevic (TW); Ivan Srsen, Philip Henningsson 1, Kristian Björnsen 5, Ole Klimpke, Filip Mirkulovski, Lars Weissgerber 2, Maximilian Holst 3, Magnus Fredriksen 4, Patrick Gempp 1, Lenny Rubin 7, Anton Lindskog 5;

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