Als Anfang Oktober des vergangenen Jahres die ersten Spiele in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga angepfiffen wurden, bestand bei allen Beteiligten nicht mehr als die Hoffnung, dass es den letzten, am Sonntag, um 15.30 Uhr, jetzt anstehenden Spieltag einmal geben wird. Für diesen Showdown der Liga müssen die Gallier ihre weiteste Auswärtsreise der gesamten Saison antreten. In der Flens-Arena werden sie vom Tabellenzweiten, der SG Flensburg-Handewitt erwartet.

Mit wem HBW-Trainer Jens Bürkle die weite Reise nach Flensburg allerdings antreten wird, wusste er selber noch nicht. „Wir müssen erst mal schauen, wer noch gesund ist“, erklärte der Balinger Chefcoach direkt nach dem Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf, dass der ein oder andere ziemlich sicher am letzten Spieltag nicht mehr dabei sein wird. Für das Ziel Klassenerhalt hätten alle zusammen mit ihrer Gesundheit in den letzten Wochen schon etwas Raubbau betrieben und vor der Abfahrt nach Flensburg werde er erst mit den Ärzten und Physios ins Gespräch gehen.

„Dann werden wir sehen, was dabei rauskommt“, blickte der Sportwissenschaftler am vergangenen Mittwochabend ganz entspannt in Richtung des letzten Spieltages. Das konnte er, denn wenige Minuten zuvor hatten seine Jungs in der Balinger „Hölle Süd“ den Klassenerhalt in trockene Tücher gebracht und für ein kleines Beben gesorgt. Bürkle blickte deshalb nicht nur entspannt Richtung dem letzten Spieltag, sondern er war auch unheimlich stolz auf seine Mannschaft. „Respekt vor dem was die Jungs in den letzten Wochen geleistet haben“, zog er sinnbildlich den Hut vor seiner Mannschaft. Das sei so zu Beginn der Saison so nicht zu erwarten gewesen. Auch Geschäftsführer Wolfgang Strobel nahm das Wort „Stolz“ in den Mund. „Ich bin unheimlich stolz auf das, was in diesem Jahr passiert ist und ich bin unheimlich stolz darauf, wie die Mannschaft und Jens mit dem maximalen Druck in den letzten Wochen umgegangen sind und immer geliefert haben“, zollte Strobel allen zusammen Respekt und größtes Lob zugleich.

Der Klassenerhalt für die Gallier ist nach insgesamt 11:1 Punkten aus den letzten sechs Heimspielen also geschafft, die Saison aber noch nicht beendet. Am Samstagvormittag werden sich Trainer Jens Bürkle und seine Mannschaft, bzw. das was davon noch halbwegs gesund ist, mit dem Bus auf den Weg Richtung Hamburg machen. Dort werden sie die Nacht verbringen, um dann am Sonntag weiter Richtung Flensburg zu fahren. „Wir wollen in Flensburg um die Punkte kämpfen, allein schon aus Gründen der sportlichen Fairness. Wenn Flensburg eine Top-Leistung abruft, wird es für uns natürlich schwer“, zeigt sich Bürkle auf der einen Seite kämpferisch, ist auf der anderen aber Realist genug, um zu wissen, dass in Flensburg nur etwas zu holen ist, wenn der Tabellenzweite es zulässt.

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