Mit einer 38:26(24:12)-Niederlage beenden die Gallier eine unglaubliche Saison bei der SG Flensburg-Handewitt. Mit 29:47 Punkten haben sie die zweitbeste Erstligasaison aller Zeiten gespielt.

In der Abschlusstabelle haben sich die Balinger vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze erarbeitet und nach dem letzten Spieltag trotz der Niederlage auch noch GWD Minden hinter sich gelassen. Für die Geschichtsbücher wird der 15. Tabellenplatz festgehalten, aber auch eine herausragende Rückrunde und ein 9. Platz in der Rückrundentabelle.

Dass die Gallier in Flensburg eigentlich auf verlorenem Posten stehen würden, hatte sich im Vorfeld abgezeichnet. Sechs Spieler musste Trainer Jens Bürkle zu Hause lassen. Verletzungsbedingt durfte man nach dem feststehenden Klassenerhalt bei ihnen kein Risiko mehr eingehen, um einen langfristigen Ausfall zu vermeiden. So kam es, wie es kommen musste. Der Tabellenzweite war topmotiviert und wurde von einer, für diese Saison äußerst bemerkenswerten, lautstarken und ganz tollen Kulisse nach vorne getrieben. Bis zum 4:4 durch Tim Nothdurft in der fünften Spielminute war für die Gallier aber noch alles im grünen Bereich. Nach einer Parade von Mario Ruminsky hatten sie sogar die Chance zur Führung. Nothdurft wurde am Flensburger Kreis allerdings ziemlich hart angegangen. Die beiden Unparteiischen sahen aber kein Foul und so fiel im Gegenzug das 5:4.

Vom 6:5, das Lukas Saueressig in der achten Spielminute erzielte, ging es ziemlich schnell bis zum 10:5 (12.Min.). Die Flensburger Abwehr rührte Beton an und provozierte beim HBW einen Fehler nach dem anderen. Mit einer Auszeit versuchte HBW-Coach Jens Bürkle den Flensburger Lauf zu stoppen, hatte aber wenig Erfolg damit. Nach nur 17 Minuten stand es bereits 16:7 und Bürkle nahm seine zweite Auszeit. Auch die half wenig. Der Tabellenzweite überrannte die Balinger gnadenlos und mit 24:12 ging es schließlich in die Kabinen. Es roch förmlich nach einem katastrophalen Debakel.

Mit Beginn der zweiten Hälfte zeigten die Gallier aber nochmals die Zähne. Abwehrchef Romas „Kiwi“ Kirveliavičius übernahm die linke Rückraumposition und das zahlte sich aus. Mit drei Treffern in Folge verschaffte sich „Kiwi“ den Respekt der Flensburger Abwehr. Die brauchte tatsächlich ne ganze Weile, bis sie den Österreicher auf dem Schirm hatte. Nach dem vierten Treffer von „Kiwi“ in der 42. Minute hatten die Gallier sogar die Chance die Differenz wieder auf zehn zu verkürzen. Nach einem der wenigen technischen Fehler von Flensburg spielte der HBW schnell nach vorne, aber dieses Mal scheiterte der Österreicher am Flensburger Torhüter.

Mit einer guten kämpferischen Leistung brachten die Gallier das letzte Saisonspiel nicht nur über die Zeit, sie verhinderten auch das sich nach der ersten Hälfte androhende Debakel. Mit dem letzten Treffer des Spiels, seinem sechsten insgesamt, war es erneut Kirveliavičius, der dafür sorgte, dass die zweiten dreißig Minuten ausgeglichen zu Ende gingen.

SG Flensburg-Handewitt: Henning Fritz, Torbjørn Bergerud (TW); Johannes Golla 8, Simon Hald 1, Lasse Svan 7, Hampus Wanne 10/4, Magnus Jøndal 2/2, Marius Steinhauser 1, Mads Mensah Larsen, Gøran Søgard Johannessen, Jim Gottfridsson 4, Magnus Holpert, Magnus Rød 5;

HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky, Mike Jensen (TW); René Zobel 6, Romas Kirveliavičius 6, Gregor Thomann 3/2, Tim Nothdurft 2, Niklas Diebel 2, Jona Schoch, Lukas Saueressig 3, Lars Röller 3, Tobias Heinzelmann 1, Moritz Strosack;

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