Moritz Strosack (Nr. 29) und die Balinger Spieler freuten sich über den Klassenerhalt. ©dpa
Schon bevor es zum Saisonabschluss eine deutliche Niederlage bei Titelanwärter SG Flensburg-Handewitt gab, schaffte der Altenheimer Moritz Strosack mit der HBW Balingen-Weilstetten den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga.

Zum Abschluss der Saison standen Moritz Strosack und die HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag noch einmal richtig im Fokus der Öffentlichkeit, da Gegner SG Flensburg-Handewitt im Fernduell mit dem THW Kiel in eigener Halle seine Chance auf die deutsche Meisterschaft wahren wollte. Am Ende verteidigte der THW mit einem 25:25 seinen Titel hauchdünn, und Flensburg musste sich trotz seines klaren 38:26-Sieges gegen die Schwaben punktgleich mit dem Meister mit der Vizemeisterschaft begnügen.

Jubel schon am Mittwoch

Die HBW Balingen-Weilstetten juckte die Niederlage wenig, denn das Team von Trainer Jens Bürkle hatte bereits am Mittwoch im vorletzten Saisonspiel dafür gesorgt, dass die von Corona geprägte Bundesliga-Saison 2020/21 eine erfolgreiche ist. Mit einem hochverdienten 30:26-Heimerfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf hatten die Balinger den Klassenerhalt vorzeitig unter Dach und Fach gebracht. Rechtsaußen Moritz Strosack aus Neuried-Altenheim steuerte vier Tore zum Sieg bei – und das auch noch zwei Tage nach seinem 22. Geburtstag. Anschließend wurde erst in der Kabine und dann im Pavillon gleich neben der Sparkassen-Arena gefeiert. Moritz Strosack kam gegen 5 Uhr am Donnerstag in der Früh nach Hause, einige feierten sogar bis 9 Uhr. Mittags ging es dann in einem Restaurant in Balingen weiter, bevor es anschließend noch in eine Bar ging.

Starke Rückrunde

„Nach so einer ewig langen Saison musste das einfach sein“, kommentierte der Linkshänder aus der Ortenau die Nicht-Abstiegs-Feier und war froh, dass am Saisonende in der 2350 Zuschauer fassenden Sparkassen-Arena wenigstens 250 Fans coronakonform – darunter auch seine Freundin Nadine aus Sulz und sein Altenheimer Kumpel Joshua Denz – den Klassenerhalt bejubeln konnten. „Nach 0:12 Punkten zum Start der Bundesliga-Saison haben wir als Mannschaft anschließend richtig gut zusammengefunden. Jeder hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen, und wir haben eine richtig gute Rückrunde gespielt“, nennt Moritz Strosack als Grund für den Klassenerhalt. 11:1 Punkte zuletzt zu Hause, darunter ein Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen mit fünf Strosack-Toren, oder Auswärtserfolge in Magdeburg und Melsungen sicherten den Balingern letztendlich den fünftletzten Platz bei vier Absteigern. Positiv war dabei sicherlich, dass die Schwaben während der ganzen Saison keinen positiven Corona-Fall innerhalb der Mannschaft hatten.

Chance genutzt

Auch für Moritz Strosack persönlich war sein erstes Profi-Jahr nach drei Jahren in der Balinger Zweiten ein erfolgreiches. Als Nummer zwei auf Rechtsaußen hinter Gregor Thomann in die Saison gestartet, nutzte der Altenheimer, der noch ein Jahr Vertrag hat, nach einer Verletzung von Thomann (Pferdekuss) seine Chance, machte gute Spiele und insgesamt 46 Tore. „Es lief für mich super. Am Anfang hätte ich das nicht gedacht“, meinte der 22-Jährige, der trotz der hohen zeitlichen Belastung durch Bundesliga-Handball im März seinen Bachelor in Wirtschafts-Wissenschaften in Tübingen gemacht hat und nun den Master draufsetzen will.

Erst einmal freut sich Moritz Strosack auf ein paar Wochen ohne Handball. Nachdem er erst am gestrigen Montagmorgen um 6.30 Uhr nach zehnstündiger Bustour aus Flensburg zurückgekommen ist, wurde die Mannschaft am Nachmittag erstmals gegen das Coronavirus mit Biontech geimpft. Anschließend ging es in die Heimat. Bevor allerdings ein einwöchiger Urlaub voraussichtlich auf Ibiza folgt, muss in dieser Woche noch der Umzug in eine neue Wohnung innerhalb von Balingen abgewickelt werden. Trainingsauftakt für die neue Saison ist 24.Juli.

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