U23 der HSG Konstanz geht noch jünger in die 3. Liga – nur drei Spieler nicht aus der eigenen Jugend.

Als eines der jüngsten Teams geht die U23 der HSG Konstanz in der neuen Saison erstmals in der 3. Liga an den Start. Lediglich vier Clubs der 2. Bundesliga verfügen über eine solch hochklassig antretende Reserve. Nur drei Spieler des Kaders kommen dabei nicht aus der eigenen Jugend. Zur neuen Saison wird die Mannschaft noch einmal ein ganzes Stück jünger.

Auch auf der Trainerbank, wo Jessica Bregazzi (25) zusammen mit dem bisherigen A-Jugend-Coach Thomas Zilm, der früher selbst in der 2. Bundesliga für die HSG aktiv war, das Kommando übernommen hat. Matthias Stocker trainiert nun die Bundesliga-A-Jugend zusammen mit Christian Korb. Jessica Bregazzi ist seit 2019 Athletiktrainern und Jugendkoordinatorin der HSG. Nun ist die gebürtige Pforzheimerin zusätzlich für das Drittliga-Herrenteam der Konstanzer verantwortlich.

 

Jessica, wie blickst Du auf die neue Aufgabe, in der Verantwortung für  die Drittligamannschaft: Vorfreude, Aufregung, Respekt?

Da ist alles dabei. Natürlich habe ich sehr großen Respekt vor der Aufgabe. Durch den Aufstieg ist der Druck jedoch ein anderer als in der Oberliga, in der die Mannschaft bereits seit zwei Jahren konstant sehr gute Leistungen gezeigt hat. Dadurch, dass wir als U23 zudem einen anderen Auftrag haben – die Entwicklung von Spielern für das Zweitligateam – haben wir andere Ziele als die vielen ersten Mannschaften der 3. Liga. Ich habe große Lust, junge Talente zu entwickeln, die in der Jugend und in der Oberliga viel individuell ausgebildet wurden. Da machen wir weiter.

 

Wie weit sind die Planungen für die erste Spielzeit der U23 in der 3. Liga?

Der Kader steht soweit, obwohl sich noch der eine oder andere Spieler im Probetraining anbietet. Wir haben jedoch schon einen recht großen Kader und können darüber hinaus noch auf A-Jugendliche und Spieler aus der dritten Mannschaft zurückgreifen. Unser Ziel ist es, eigene Spieler zu entwickeln. Bis auf drei Akteure stammen alle aus unserer eigenen Jugend. Die Vorbereitung wird dadurch erschwert, dass wir nicht wissen, wann es wieder losgeht. Zumindest ist nun wieder regulärer Kontaktsport möglich, denn schon seit 16. Juni sind die Jungs freiwillig im Training. Dass alle dabei waren, ist schon ein cooles Zeichen, sodass wir früh mit dem „Return to play“-Programm beginnen konnten. Am 18. Juli wird die Spielkommission der 3. Liga in Dortmund zusammentreten. Danach wissen wir mehr über den Spielplan und die Staffeleinteilungen.

 

Wie sieht der noch jüngere Kader für die 3. Liga aus?

Mit Moritz Ebert hat es wieder ein Spieler in das Zweitligateam geschafft, Patrick Volz und Joel Mauch bekommen ebenfalls Trainingszeiten bei der Ersten. Das freut uns. Alexander Lauber sowie Samuel und Jonas Löffler haben ihre Handballkarriere beendet, Simon Storz und Carl Gottesmann wechseln nach Rietheim. Das ist zwar schade, doch für unsere jungen Talente ergibt sich dadurch die Chance, sich zu zeigen und mit der Herausforderung zu wachsen. Florian Wangler stößt aus der U23 hinzu, Leandro Lio und Rohat Sahin werden neben der A-Jugend auch bei uns spielen. Im Rückraum kam Luca Merz nach seinem Auslandsaufenthalt zurück, mit Jakob der Bruder von Joschua Braun dazu. Niklas Duffner aus der dritten Mannschaft und Adam Czako aus der A-Jugend sind weitere Kandidaten für uns. Für das junge Team ist es zudem wichtig, dass wir unsere erfahrenen Stützen Benjamin Schweda und Kai Mittendorf halten konnten.

 

Du besetzt damit viele Schnittstellen. Wie soll der Austausch nach oben und unten aussehen?

Das geht durch meine Position als Athletiktrainerin der Zweitligamannschaft und A-Jugend sehr gut. Als Jugendkoordinatorin habe ich ohnehin einen Überblick über das Training und die Kader unserer Jugendteams. Mit Andre Melchert und Matthias Stocker stimme ich mich stetig ab, wie wir unsere Spieler mit bestmöglicher Trainings- und Spielzeit versorgen. Hier spielt auch die Grundkonzeption der HSG und die Abstimmung mit Daniel Eblen eine wichtige Rolle, sodass der Übergang möglichst leicht fällt.

 

Unterstützt wirst Du als Trainern der U23 dabei von Thomas Zilm. Wie sind die Aufgaben verteilt?

Thomas ist für mich eine sehr große Stütze. Er bringt Ruhe rein und ich kann von seiner Erfahrung profitieren. Ich bin froh, dass er mit dabei ist. Wir werden uns in den nächsten Wochen genauer abstimmen. Der Spielstil ist für uns beide ganz klar: Es darf keiner Bock haben, gegen uns zu spielen. Weil wir ein anstrengender, junger Gegner sind, der einen kreativen Handball spielen möchte.

 

Wie kam die U23 bisher durch die Corona-Krise?

Für mich persönlich war es zu Beginn nicht leicht, online die ersten Kontakte als Trainerin zu den Spielern zu haben. Das war eine besondere Challenge. Das richtige Kennenlernen findet jetzt in der Halle statt, das ist nochmal anders. Hier kann man seine Anforderungen als Trainerin besser rüberbringen. Wir sind alle sehr froh, wieder richtig loslegen zu können.

 

Mit welchen Auswirkungen der Krise rechnest Du in der kommenden Spielzeit?

Ich hoffe sehr, dass die Liga nicht zu sehr darunter leidet. Im sportlichen Bereich sind damit vor allem Verletzungen gemeint. Was die Zuschauerbeschränkungen angeht, müssen wir abwarten. Wir wollen befreit und ohne Druck aufspielen.

 

Was ist Dein Wunsch für die erste Drittliga-Saison der U23?

Der Klassenerhalt. Die weiteren Ziele werden wir demnächst gemeinsam mit der Mannschaft formulieren. Hier spielen Fragen wie „Was für Ziele wollen sich die Jungs setzen? In welchen Bereichen wollen sie sich weiterentwickeln?“ eine Rolle.

 

Nach all den Erfolgen und der Euphorie der letzten Jahre: Wie schwer wird die Aufgabe in der 3. Liga?

Uns allen ist bewusst, dass es nicht einfach wird. Deshalb werden wir uns viele kleinere Ziele setzen, um diese nach und nach zu erreichen. Wir wollen uns alle einzeln und als Mannschaft weiterentwickeln. Es soll Spaß machen, uns zusehen und dabei wollen wir alle ärgern.

Zum Seitenanfang