Handball-Zweitligist HSG Konstanz will sich verjüngen und hat entschieden, am Saisonende den Vertrag mit zwei Linkshändern nicht mehr zu verlängern.



Ein Drittel der aktuellen Zweitliga-Saison ist erst absolviert. Noch 24 Spiele liegen vor der HSG Konstanz. Doch bevor es am 2. Februar wieder in Bietigheim losgeht, steht auch in der WM-Pause das Rad nicht still. So wurde entschieden, die am Saisonende auslaufenden Verträge der beiden Linkshänder Felix Krüger und Fabian Maier-Hasselmann nicht mehr zu verlängern.

Damit endet sowohl im rechten Rückraum als auf Rechtsaußen eine kleine Ära. Krüger kam 2013 direkt aus der A-Jugend des TuS Schutterwald zur HSG und verbrachte in Konstanz seine komplette bisherige Aktivenzeit. Fabian Maier-Hasselmann steht seit 2015 und seinem Wechsel vom TSV Friedberg im Konstanzer Aufgebot auf dem rechten Flügel. Beide konnten in dieser Zeit zwei Aufstiege in die 2. Bundesliga und zweimal den Klassenerhalt in der stärksten zweiten Liga der Welt in Konstanz feiern.

Chance für neue Talente

Nun stehen die Zeichen auf Veränderung und Verjüngung. „Wir wollen uns neu aufstellen und verjüngen sowie neuen Talenten die Chance geben“, erklärt André Melchert und würdigt die Verdienste der beiden langjährigen Spieler. „Fabi war direkt Leistungsträger auf Rechtsaußen und hat wichtige Anteile an den Aufstiegen. Felix kam als sehr junger Spieler und hat sich direkt sehr gut entwickelt und den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Wir bedanken uns für ihre Leistungen und haben mit dem Klassenerhalt noch ein gemeinsames Ziel.“

Allerdings steht nun bei Maier-Hasselmann der Berufseinstieg bevor, sodass er nicht mehr in der Lage ist, den hohen Aufwand mit sieben Trainingseinheiten pro Woche für die 2. Bundesliga zu betreiben. Insbesondere der Besuch der Vormittagseinheiten ist nicht mehr mit den weiter steigenden beruflichen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Job in der Schweiz

Der 30-Jährige wird bald sein Studium an der mit der HSG kooperierenden Fachhochschule (HTWG) Konstanz in Automobilinformationstechnik beenden und arbeitet bereits in der Schweiz als Systemingenieur. So beginnt für beide Seiten bald ein neues Kapitel. „Es war immer mein Traum, in der 2. Bundesliga zu spielen“, blickt der gebürtige Münchener zurück. „Das hat hier geklappt, und wir haben große Erfolge zusammen gefeiert. Ich habe hier eine überragende Zeit.“ Noch hat er sich einiges bis zum Saisonende vorgenommen. Bislang sei man in einigen Spielen weit unter den eigenen Möglichkeiten geblieben. „Jetzt wollen wir so oft es geht daran kommen, was wir können und noch einige Plätze nach oben klettern. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen und noch einmal so viel mitnehmen wie es nur geht.“

Wie es bei ihm genau weitergeht steht noch nicht fest. Nur, dass der Flügelspieler nach wie vor in der größten Stadt am Bodensee wohnen bleiben wird. Und dass er die Platzreife im Golf anstrebt, um sich mit seinem ehemaligen Mitspieler bei der HSG, Lukas Beck, der inzwischen Pilot geworden ist, messen zu können.


Felix Krüger konnte im letzten Spiel mit einem wuchtigen Wurf den Siegtreffer gegen Emsdetten erzielen, doch „er ist im Angriff auf Halbrechts gerade die Nummer drei, wenn alle fit sind. Natürlich möchte jeder spielen, doch wir können Felix aktuell nicht mehr bieten“, beschreibt Melchert die Situation im Rückraum mit starker Konkurrenz in Person von Fynn Beckmann und dem nun wieder fitten Joschua Braun. „Wir haben beiden die Entscheidung früh kommuniziert, damit sie sich entsprechend umsehen können.“

"Größte Entwicklung"


Nach Konstanz gelockt wurde Krüger dabei auch von seinem Cousin Matthias Faißt, der lange Jahre die Kapitänsbinde bei der HSG getragen hatte. Dieser habe nicht zu viel versprochen verrät der 1,98-Meter-Hüne mit einem Lächeln. „Es ist hier eine geile Zeit für mich. Ich habe hier meine größte Entwicklung gemacht und viele tolle Leute kennengelernt. Das Ziel ist es, noch einmal zusammen zu feiern.“ So wie damals in der legendären Nacht von Neuhausen nach dem Zweitliga-Klassenerhalt. „Das ist das wichtigste Ziel“, so der 26-Jährige. „Dafür geben wir alles, damit wir das zusammen packen. Die Punkte gegen Emsdetten waren extrem wichtig.“

Wohin es den langen Athleten im Sommer zieht, wird sich noch entscheiden. Bis dahin wird er sich in den letzten Zügen seines Sportwissenschafts- und Wirtschaftswissenschaftsstudiums an der ebenfalls mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz befinden. Krüger: „Die Verbindung von Sport und Studium ist super. Das Umfeld ist immer professioneller geworden und dennoch familiär geblieben. Das hilft und gefällt mir.“
Bis Ende Juni möchten Fabian Maier-Hasselmann und Felix Krüger noch einiges mit der HSG bewegen und noch einmal einige Akzente setzen. So wie zuletzt gegen Emsdetten.

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