Es war nicht viel los in der Heinrich-Beck-Halle.


Das lag daran, dass Frank Schmitt, der Übungsleiter der SG Leutershausen, kaum Spieler zur Verfügung hatte, um ein anständiges Training zu leiten. Der verletzungsbedingte personelle Engpass machte einen optimalen Trainingsbetrieb unter der Woche unmöglich. Neben Philipp Jaeger und Hendrik Wagner, die schon länger fehlten, fällt nun auch noch Mittelmann-Ersatz Yannick Muth, der kurzfristig vom VTV Mundenheim an die Bergstraße gewechselt war, mit einer Schulterverletzung aus - zudem meldeten sich, wie so häufig in der frostigen Vorweihnachtszeit, einige Akteure krank. „Einmal waren wir im Training zu acht“, sagte Schmitt: „Und davon drei Torhüter. Da war ordentlich Platz in der Halle.“ Hinter dem Einsatz einiger Leistungsträger stehen also noch mehrere Fragezeichen.

Die nächste große Frage, die sich vor der Begegnung der Roten Teufel beim GSV Eintracht Baunatal stellt, ist, wie man diesmal die lange Busfahrt verkraftet. Schließlich zeigte man bisher nach längeren Anreisen - siehe Leipzig und jüngst Dresden - keine optimalen Leistungen. Weil das hessische Baunatal, das südlich von Kassel liegt, in lediglich drei Autostunden zu erreichen ist, gibt es in dieser Hinsicht aber Hoffnung für die Begegnung, die um 18 Uhr in der Rundsporthalle angepfiffen wird. Vielleicht klappt es diesmal besser.

„Das Programm vor Weihnachten hat es wirklich in sich“, sagt Schmitt. Der Trainer der Roten Teufel kennt den Spielplan und weiß, dass vor dem besinnlichen Fest unterm Baum nur noch extrem knifflige Aufgaben warten. Nach dem Gastspiel in Baunatal erwartet man den Meisterschaftsfavoriten TV Großwallstadt zum ersten Rückrundenspiel in der Heinrich-Beck-Halle, zum Jahresabschluss steht dann noch ein schweres Auswärtsspiel bei der talentierten Bundesliga-Reserve der HSG Wetzlar an. Ein taffes Programm. Schmitt: „Aber wir fühlen uns da oben in der Tabelle wohl und wollen da auch irgendwie bleiben.“ Aktuell teilt man sich mit Nußloch und Nieder-Roden den zweiten Platz. Mit einem Sieg könnte man also die Position in der Verfolgergruppe stärken. Doch einfach wird das nicht.

Schließlich wird auch Coach Schmitt bemerkt haben, dass sich seine Mannschaft gegen die Nordhessen nicht nur in der vergangenen Saison extrem schwer tat, sondern der GSV auch aktuell wieder fulminant aufspielt. Im vergangenen Jahr reiste man direkt zu Rundenbeginn nach Baunatal, es war die erste Begegnung, in dem Frank Schmitt als neuer Cheftrainer der Roten Teufel an der Seitenlinie stand. Man verlor - und auch im Rückspiel in Leutershausen gab es keine Punkte. „Die Erinnerungen sind wirklich nicht gut“, sagt Schmitt: „Wir haben definitiv etwas gutzumachen.“

Doch Baunatal spielt aktuell wieder groß auf. Man bezwang nicht nur das Topteam der SG Nußloch in eigener Halle, sondern schickte auch noch den ambitionierten TV Gelnhausen am vergangenen Wochenende mit einem 32:23-Kantersieg nach Hause. „Sie sind eine kleine Wundertüte“, sagt Coach Schmitt: „Manchmal fahren sie super Ergebnisse ein, manchmal spielen sie nicht so gut. Die Erfolge gegen Spitzenteams zeigen aber, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt.“ Es sollte den Teufeln eine Warnung sein.

Samstag, 18 Uhr: GSV Eintracht Baunatal - SG Leutershausen.

GSV Eintracht Baunatal 

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