Training in der Wohnung oder auf dem Balkon, Mannschaftssitzungen per Videokonferenz, Auftritte als Fitness-Models auf YouTube – die Corona-Krise stellt auch die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen vor ganz neue Herausforderungen.



Seitdem der Spielbetrieb in der 3. Liga und den anderen Spielklassen ausgesetzt ist, halten sich die Akteure so gut es geht individuell fit, nutzen virtuelle Trainingsprogramme ihres Fitness-Partners Pfitzenmeier und probieren neue Formen der Kommunikation aus. So drehen die Jungs des 3.-Liga-Teams und anderer Mannschaften derzeit Videos und zeigen ihren Fans mit Koordinations- und Athletikübungen, wie sie zuhause Körper und Geist in Schwung halten.

Das HG-Führungsteam verbringt derweil viel Zeit vor dem heimischen Computer und in virtuellen Meetings. Denn natürlich hat die Krise nicht nur Auswirkungen aufs sportliche Geschehen in der HG. Wie wohl alle anderen Vereine trifft das Virus die HG auch finanziell. Mit-Geschäftsführer Gerd Junghans: „ Auf der einen Seite wollen wir als Verein unseren Verpflichtungen nachkommen, soweit uns das möglich ist, auf der anderen Seite fehlen uns natürlich die Zuschauer- und Bewirtungseinnahmen der drei noch ausstehenden Heimspiele. Auch einige unserer Sponsoren sind von der Corona-Krise stark betroffen.“

Weil in der HG keiner ernsthaft mit einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in dieser Saison rechnet, war auch das Führungsteam gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, „um die HG erfolgreich durch diese schwierige Zeit zu bringen“, so Junghans. Und die HG-Führung stieß auf eine große Welle der Solidarität: So verzichten nicht nur die Spieler des 3.-Liga- und des Badenliga-Teams, sondern auch alle Trainerinnen und Trainer bis in den Jugendbereich ab April auf die Hälfte des ihnen eigentlich zustehenden Verdienstes. Dabei hat die HG die Gelder nicht wie andernorts komplett gestrichen, sondern das März-Gehalt voll ausbezahlt und den Rest auf die Hälfte reduziert. „Doch viele HGler haben sogar angeboten, bis Saisonende ganz auf ihren Verdienst zu verzichten“, sagt Mit-Geschäftsführer Peter Knapp. „Das hat uns sehr gefreut und zeigt, wie die HG-Familie zusammenhält.“

Für Chef-Coach Holger Löhr ist es selbstverständlich, dass er und die Mannschaft ihren Beitrag leisten. „Jeder hat Verständnis für die momentane Lage und möchte, dass wir auch in Zukunft bei der HG auf hohem Niveau Handball spielen können.“ Er lädt seine Jungs nun jede Woche zu einer virtuellen Teamsitzung ein, bespricht gemeinsam mit Athletiktrainer Pierre Heidicker die anstehenden Trainingspläne. Und natürlich ist er auch mit dem Sportlichen Leiter Martin Schmitt im regelmäßigen Austausch, schließlich gilt es noch, Verträge unter Dach und Fach zu bringen und den einen oder anderen Neuzugang von den Vorzügen der HG zu überzeugen.

Dass Solidarität für die HGler keine leere Floskel ist, zeigen sie übrigens auch mit der Beteiligung an der Hilfsaktion, die der Stammverein TSV Oftersheim gleich zu Beginn der Krise gestartet hat und der sich die HG und der TV 64 Schwetzingen angeschlossen haben. Viele freiwillige Helfer erledigen derzeit für ältere und kranke Mitbürger die Einkäufe und erhalten dafür viel Dankbarkeit.

Nicht zuletzt appellieren die HGler auch an ihre Mitglieder und Fans: „Dies ist auch für die lokale Wirtschaft eine sehr schwierige Zeit – egal, ob es sich um den Einzelhandel, Reisebüros, Restaurants, Veranstaltungshäuser oder Handwerker handelt“, so HG-Vorstandsmitglied Jochen Kühnle. Er bittet alle, die Geschäfte und Dienstleister in Oftersheim und Schwetzingen zu bedenken. „Vielleicht lassen sich Einkäufe auf später verschieben, man kann Essen in Restaurants bestellen und zuhause genießen oder Gutscheine und Konzertkarten für später kaufen“, so Kühnle. „Auch die lokale Wirtschaft hat unsere Solidarität verdient.“

HG Oftersheim/Schwetzingen

Zum Seitenanfang