Der HCOB tritt zum württembergischen Handball-Klassiker beim VfL Pfullingen an


Die Aufgabe ist anspruchsvoll, die Hürde hoch. Trotzdem fahren die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang mit einem gesunden Selbstvertrauen zum Württembergklassiker beim VfL Pfullingen. Der Handball-Drittligist aus dem Murrtal will dem Tabellenzweiten das Siegen am Samstag (20 Uhr, Kurt-App-Halle) nicht nur schwer machen, sondern ganz aktiv um die Punkte mitspielen. Für die Fans verspricht es ein heißer Tanz zu werden.

Seit 2013 treffen beide Mannschaften regelmäßig aufeinander, zunächst zwei Jahre in der Baden-Württemberg-Oberliga, nun im fünften Jahr hintereinander in der Dritten Liga. Viele Spiele waren spannend, oft gab es Unentschieden. Im vergangenen Frühjahr siegte zunächst der HCOB in Pfullingen, machte zum damaligen Zeitpunkt einen wichtigen Schritt in Richtung Ligaverbleib. In der Hinrunde der laufenden Saison drehte der VfL den Spieß um, fügte dem HCOB in einem von beiden Seiten mitreißenden Match eine von nur zwei Heimniederlagen bei. Pfullingen etablierte sich in der Spitze der Liga, 33:11 Punkte sind eine super Ausbeute für Coach Daniel Brack (kam vom TV Plochingen) und sein Team. Nur Fürstenfeldbruck ist konstanter und wird höchstwahrscheinlich nicht mehr einzuholen sein. Der VfL ist aber der erste Kandidat für die Vizemeisterschaft, das wäre ein großer Erfolg.

Der HCOB hat 26:18 Punkte, ist Tabellensechster, auch eine gute Bilanz. Aber nach Pfullingen fährt das Team aus dem Murrtal als Außenseiter. In die Kurt-App-Halle werfen die VfL-Handballer besonders viele Tore. Andererseits ist der Gast nicht aussichtslos, hat einen guten Trend, sieben der letzten neun Spiele wurden gewonnen. Der Rückschlag der hergeschenkten Punkte in Haßloch wurde durch Erfolge gegen Hochdorf und Saarlouis umgehend ausgemerzt.

Wie also kann die Mannschaft nun auch in Pfullingen eine gute Figur abgeben? Coach Matthias Heineke hat einige Ideen: „Für uns wird wichtig sein, dass wir die Anzahl der technischen Fehler geringhalten und die Pfullinger nicht zu Kontern einladen. Im Umkehrschluss haben wir im Tempospiel aber auch eine Menge zu bieten und können diese Statistik ausgeglichen gestalten.“ Heineke erinnert ans Hinspiel, als die Bilanz der Zeitstrafen am Ende zwar halbwegs ausgeglichen war, aber nicht in der Phase, als der Gast davonzog. „Da haben wir uns naiv angestellt, und darauf hat die Pfullinger Spielweise abgezielt. Also müssen wir dieses Mal geschlossen und kompakt verteidigen, um viel Spielzeit im Sechs-gegen-Sechs zu verbringen.“

Matthias Heineke traut seinem Team eine gute Angriffsleistung zu, zuletzt ging es zweimal über 30 Tore hinaus. Was ihm im Match gegen Saarlouis nicht ganz gefiel, waren vereinzelte Schwächephase, die es dem Gegner ermöglichte, die Partie offener zu gestalten als wie es auch möglich gewesen wäre. Das dürfe, warnt der Coach beim VfL Pfullingen mit Gewissheit nicht passieren, „denn diese Mannschaft hat in dieser Runde schon oft auch Schwächephasen ausgenutzt, um das Spiel für sich zu entscheiden. Deshalb müssen wir unsere Leistung nicht nur über 45 Minuten abrufen, sondern über die gesamte Spielzeit.“ Gelingt es, dann stehen die Chancen gut, dass sich auch das neuerliche Württembergduell wieder zu einem Handballkrimi entwickelt. (Von Alexander Hornauer, Bild: Becher)

VfL Pfullingen  HC Oppenweiler/Backnang

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