Die erste Trainingswoche nach der Corona-Zwangspause war für die Drittliga-Handballer des TV Willstätt ungewohnt. Nicht Trainer Ole Andersen leitete die drei Übungseinheiten, sondern der neue Athletik-Trainer Pascal Meier. 

Auch in dieser und in der nächsten Woche hat der 32-Jährige aus Schutterwald-Langhurst das Kommando – dann allerdings sogar viermal in sieben Tagen. „Pascal Meier soll die Spieler in Form bringen, dass wir schnellen Handball spielen können und dass wir wenige Verletzte haben“, nennt Ole Andersen die Vorgabe für den „Neuen“ im Trainer-Team des TV Willstätt. Angedacht ist auch eine weitere Zusammenarbeit während der Saison – wann immer diese beginnt.  

Fitnessstand hochhalten

Pascal Meier nimmt den Ball gerne auf: „Mein Ziel ist es, den Fitnessstand hochzuhalten und die Prophylaxe von Verletzungen. Dafür machen wir viele Stabilitäts- und Mobilisationsübungen – auch Sprints und Krafttraining. Alles im Hinblick aufs Springen und Landen. Das ist im Handball wichtig. Man muss den Körperschwerpunkt stabil halten, damit der Körper die hohen Belastungen beim Handball aushält“, erklärt der Langhurster, der in Karlsruhe im Hauptberuf als IT-Berater arbeitet und dort auch einen zweiten Wohnsitz hat.

Tischtennisspieler bei der DJK Offenburg

Die Leidenschaft für Fitness und vorbeugende Maßnahmen gegen Verletzungen entwickelte Pascal Meier im Alter von 16 Jahren. Damals wechselte das Tischtennis-Talent vom TTC Langhurst zur DJK Offenburg, wo er zumeist in der zweiten Mannschaft in der Badenliga spielte. In der neuen sportlichen Umgebung zog sich Pascal Meier schnell eine Verletzung zu: Im Sprunggelenk riss er sich alle Bänder, ein Bruch im Mittelfußbereich war auch noch dabei. Über ein halbes Jahr dauerte das Ganze. „Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dem Thema Verletzungsprophylaxe ausein­andergesetzt“, blickt Pascal Meier, der später noch bei der DJK Blau-Weiß Münster Tischtennis-Oberliga spielte, zurück. Neben der Ausbildung zum Bankkaufmann und einem anschließenden BWL-Studium machte er zahlreiche Fortbildungen im Fitness- und Athletikbereich. 

Einzelgespräche geführt

Bislang arbeitete Pascal Meier vor allem mit Individualsportlern zusammen – auch ein paar Regionalliga-Fußballer waren seine Kunden. Am Projekt TV Willstätt reizt ihn unter anderem, dass er eine Mannschaft mit einem professionellen Umfeld über einen längeren Zeitraum begleitet. „Es macht Spaß, alle sind heiß und sehr motiviert. Sie freuen sich, dass sie wieder Gas geben können“, sagt der ehemalige Tischtennisspieler, der mit allen TVW-Spielern Einzelgespräche geführt hat, um auf deren individuelle Wünsche und Anforderungen eingehen zu können. Positiv mit Blick auf den 18-Mann-Kader fand er auch: „Alle haben in der Corona-Pause sehr viel gemacht. Die Fitness ist allgemein gut, und auch die Wehwehchen sind fast alle auskuriert. Nur Ben Veith hat noch Probleme mit seinem operierten Knie“, sagt Pascal Meier, der auf Anhieb bei der Mannschaft gut angekommen ist. 

Anstrengend, aber noch steigerungsfähig

„Er ist seriös und professionell. Die ersten Trainingseinheiten waren optimal“, gibt TVW-Mittelmann Daniel Schliedermann erste Rückmeldungen zu den Athletik-Einheiten und ergänzt: „Auf einer Skala zwischen eins und zehn, wobei zehn die höchste Stufe ist, war das Training unter Pascal Meier eine sieben in puncto Belastung. Es war anstrengend, ist aber noch steigerungsfähig. Schließlich war es ja auch die erste Woche nach einer langen Trainingspause“, sagt Schliedermann und freut sich grundsätzlich, dass sich der Verein für die Zusammenarbeit mit einem Athletik-Trainer entschieden hat: „Es ist gut, dass wir jemanden haben, der mit uns an unseren körperlichen Schwächen arbeitet und uns nach Verletzungen wieder zurückbringt.“

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