Diese Entscheidung traf die Verantwortlichen des HBW Balingen-Weilstetten hart: Trainer André Doster wird seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Damit endet eine ebenso lange wie erfolgreiche gemeinsame Zeit, auf die beide Seiten voller Freude und Stolz zurückblicken können.



17 Jahre in Balingen

Nach sechs überaus erfolgreichen Jahren hat Trainer André Doster in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass er in der kommenden Saison nicht mehr als Trainer des Drittligisten HBW Balingen-Weilstetten II zur Verfügung stehen werde: „Ich bin jetzt 17 Jahre in Balingen, durfte alles erleben und mitmachen. Ich habe für den Verein gelebt, viele großartige Erfolge gefeiert. Jetzt ist mal die Familie dran, die mich in den letzten Jahren immer unterstützt hat, Nachwuchs steht an. Zunächst lege ich erst einmal eine Pause ein, um mich neu zu orientieren, um den Akku aufzuladen.“ Die Entscheidung sei ihm äußerst schwergefallen, „sie ist über viele Wochen gereift. Es war eine Summe aus vielen kleinen Beweggründen. Keine Entscheidung gegen den HBW oder gegen den Handball, sondern für meine Familie.“ Die lange Zeit beim HBW hat sein Leben entscheidend geprägt, er geht nun voller Stolz und Erinnerungen: „Am meisten bedeutet mir letztlich die Anzahl der Bundesligaspieler, die wir entwickelt haben. Vor 17 Jahren habe ich Christoph Foth in der D-Jugend übernommen und durfte ihn am Ende noch einmal trainieren. Jan Bitzer, Lukas Saueressig oder Mario Ruminsky hatten vor HBW 1 nie einen anderen Trainer als mich. Zudem habe ich in dieser schönen Zeit ganz viele Freundschaften gefunden. Wir haben viel bewegt, ich glaube, ich hinterlasse eine der besten Nachwuchsmannschaften. Mir ist es ganz wichtig, dass wir einen guten Abschluss finden, dann brauche ich erstmal Zeit für mich.“

Respekt für die Entscheidung

Der 1. Vorsitzende des HBW, Dietmar Foth, zollt seinem Trainer großen Respekt für diese schwerwiegende Entscheidung: „Andre Doster hat in sechs Jahren als HBW II-Trainer einen exzellenten Job gemacht. Ich bedauere seine Entscheidung, zum Saisonende aufzuhören, sehr, verstehe jedoch seine Gründe. Gerne hätte ich mit ihm als Trainer weitergemacht. Vor 17 Jahren hat Andre Doster als Jugendtrainer bei der JSG begonnen, viele Talente entdeckt und entwickelt. Einer der Höhepunkte war sicher die Teilnahme am Final Four um die Deutsche Meisterschaft mit der A-Jugend im Jahr 2010. Als Jugendtrainer und langjähriger Jugendkoordinator hat er entscheidend dazu beigetragen, dass die JSG das geworden ist, was sie heute ist: Eine der ersten Adressen für Nachwuchsschulung in Baden-Württemberg, wenn nicht darüber hinaus. Andre Doster hat das Konzept HBW perfekt gelebt. Auch als HBW II-Trainer hat er absolut überzeugt. Junge Spieler zu fördern und zu entwickeln - das ist ihm immer wieder großartig gelungen. Dabei wurden auch stets sehr gute Platzierungen mit dem HBW II erzielt. Um dies zu verdeutlichen: Im HBW I-Aufgebot jüngst beim Auswärtssieg in Lemgo standen 10 ehemalige oder aktuelle HBW II-Spieler. Und weitere Spieler, ich denke z.B. an Felix König, Christoph Foth oder Jan Remmlinger, haben den Weg in die 1. Handball-Bundesliga von der Jugend über HBW II geschafft. Da hatte Andre Doster großen Anteil.“

Geschäftsführer Wolfgang Strobel betont den großen Anteil, den André Doster an der Erfolgsgeschichte JSG während seiner Zeit als Jugendtrainer und -koordinator hatte: „Er hat über Jahre die Struktur der JSG mit aufgebaut und so quasi auch den Grundstock gelegt für seine spätere ebenso erfolgreiche Arbeit als Trainer bei HBW II, die Durchlässigkeit von JSG bis zur HBL ist eng mit seinem Namen verknüpft. In beiden Vereinen hat André sich große Verdienste erworben.“

Dem Verein steht nun die schwierige Aufgabe bevor, einen adäquaten Nachfolger für André Doster zu finden. Da hilft es ungemein, dass dieser sich schon jetzt so klar positioniert hat, erläutert Foth: „Die Entscheidung ist frühzeitig gefallen, so dass wir Zeit für die Suche eines Nachfolgers haben. Die Position des HBW II-Trainers ist sehr wichtig, die Besetzung muss passen. Wir werden dies gewissenhaft angehen, nichts überstürzen. Zunächst werden wir in den nächsten Wochen intern ein Anforderungsprofil entwickeln, daraufhin eine Vorauswahl treffen und dann erst Gespräche führen. André Doster möchte ich auf jeden Fall mit einbeziehen. Er kennt und lebt das Konzept JSG - HBW II - HBW I wie kein Zweiter.“

Zum Seitenanfang