Willstätts Handball-Chef Rainer Lusch (6. v. r.) beim Trainings-Auftakt des TVW am Montagabend. Der Trainingsumfang wurde nun reduziert, da nicht vor März gespielt wird. ©Rüdiger Rüber

Handball-Drittligist TV Willstätt ist bereit für Höheres. Der DHB plant den Neustart des Spielbetriebs für das erste März-Wochenende. Falls dies nicht möglich ist, sollen nur die Aufsteiger ausgespielt werden.

Unmittelbar vor dem schon lange geplanten Trainingsauftakt im Jahr 2021 der Drittliga-Handballer des TV Willstätt am vergangenen Montagabend gab es am Mittag eine Negativ-Botschaft: Wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) beschlossen, dass die Aussetzung des Spielbetriebes in der 3. Liga der Männer und Frauen sowie den Jugend-Bundesligen (männlich/weiblich) über den 31. Januar hinaus bis zum 28. Februar verlängert wird. Damit war klar, dass der TV Willstätt, der schon seit November in der Corona-Zwangspause ist, aber aufgrund des Profi-Status der dritten Ligen immerhin trainieren darf, vor März keine Spiele mehr austragen kann. In einer Video-Konferenz aller 64 Drittliga-Vereine am Dienstagabend wurden nun Varianten für den weiteren Spielbetrieb besprochen. Regie bei dieser Online-Besprechung führten DHB-Vizepräsident Carsten Korte und Drittliga-Staffelleiter Andreas Tiemann. DHB-Rechtspflegerin Melanie Prell erläuterte das Hygiene- und Test-Konzept. 

Fruchtbare Sitzung

„Das war eine sehr fruchtbare Sitzung. Man konnte in die anderen Vereine reinhören“, kommentierte Willstätts Handball-Chef Rainer Lusch die eineinhalbstündige Konferenz, bei der betont wurde, dass die Gesundheit aller an erster Stelle steht und alle weiteren DHB-Beschlüsse von den Entscheidungen der Bund-/Länder-Konferenz am 25. Januar sowie von der Entwicklung der Pandemie abhängig sind. 

Der Wunsch des DHB und – laut Rainer Lusch – auch der fast aller Drittliga-Vereine ist es, am ersten März-Wochenende wieder den Spielbetrieb aufzunehmen – vorausgesetzt ein flächendeckender Spielbetrieb mit mindestens 90 Prozent der Mannschaften ist möglich. Anschließend soll die Vorrunde mit einem strengen Hygiene- und Testkonzept zu Ende gespielt werden – möglicherweise mit Spielen unter der Woche. Denn bis Ende Mai müssen alle Spiele gespielt sein, weil viele Drittliga-Vereine Junioren-Spieler in ihren Kadern haben und im Juni eine Junioren-WM geplant ist.

Schnelltests Pflicht

Das Hygiene-Konzept, das für alle Vereine verbindlich ist, sieht jeweils einen Schnelltest unter der Woche im Training und vor jedem Spiel vor. Diese Schnelltests können über den DHB für fünf bis acht Euro pro Stück bestellt werden. „Das macht rund 2000 Euro für jeden Verein im Monat“, erklärt Rainer Lusch und hält die Mehrkosten für machbar.

Grundsätzlich soll es diese Saison keine sportlichen Absteiger aus der 3. Liga geben. Allerdings müssen Absteiger aus der 2. Liga aufgenommen werden. Deshalb soll es nächste Saison möglicherweise sechs – statt wie bisher vier – Drittliga-Staffeln geben. Die Zweitliga-Aufsteiger werden im ursprünglich geplanten Modus ermittelt.

Interesse an 2. Liga

Falls aber ein flächendeckender Spielbetrieb ab März nicht möglich oder nicht realistisch ist, hat der DHB bei der Video-Konferenz auch eine Alternative präsentiert, wie es dann in der 3. Liga weitergeht: Es bleibt dabei, dass es auch bei dieser Variante keine Absteiger gibt. Die Aufstiegsregelung in die 2. Liga wird allerdings geändert. „Alle Vereine, die in die 2. Liga aufsteigen wollen, müssen dies bis zum 15. März an die HBL melden. Im April/Mai soll mit diesen Vereinen eine Aufstiegsrunde über alle Staffeln gespielt werden“, erläutert Rainer Lusch und unterstreicht gleichzeitig die Ambitionen des TV Willstätt, der momentan nach vier Spielen ungeschlagen auf Platz zwei der 3. Liga Süd steht. „Trainer Ole Andersen und ich sind dafür, an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Mit der Mannschaft wird dies noch ­besprochen“, sagt der TVW-Chef. Unklar ist noch das Spielsystem für die Aufstiegsrunde. Es soll in Abhängigkeit zur Meldezahl entwickelt werden. Alle Vereine, die nicht aufsteigen, nehmen am DHB-Pokal teil. 

Da jetzt klar ist, dass frühestens ab März wieder gespielt werden kann, hat der TV Willstätt seinen Trainingsplan für die Vorbereitung auf den Neustart der Liga geändert. Statt viermal Training pro Woche, wird nur dreimal trainiert. Zweimal davon handball-spezifisch in der Halle und einmal Kraft- und Koordinationstraining mit Athletik-Trainer Pascal Meier. „Acht Wochen Vorbereitung wären zu viel“, stellt Ole Andersen fest. Außerdem ist ja auch nicht klar, ob ab März gespielt wird.

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