Nach der empfindlichen Niederlage vor zwei Wochen gegen den damaligen Tabellenletzten aus Hochdorf musste die SG Köndringen/Teningen ein Wochenende mit gemischten Gefühlen hinnehmen.


Sicherlich war es gut für das junge Team um den erfahrenen Trainier Ole Andersen die Köpfe etwas frei zu bekommen und vor allem die Grippewelle aus zu kurieren.

Da die direkte Konkurrenz allerdings erneut punkten konnte, hat sich die Lage erneut zugespitzt. Bei der letztwöchigen 29:22-Niederlage in der Pfalz ging man extrem geschwächt in die Partie, waren Silberer, Fleig, Zank, Beering, Zipf, Birkenhauer, Ammel und Dittrich entweder gar nicht mit dabei oder gingen teilweise mit Fieber in die Partie.

Dennoch kam man gut in die Partie und erkämpfte sich sogar eine Halbzeitführung. „Da haben Einsatz und Kampf gestimmt. Hochdorf wollte mit einer extrem schnellen zweiten Phase zu leichten Toren kommen. Das haben wir in der ersten Halbzeit überragend verteidigt. Sicherlich auch der Umstellung auf die ungewohnte 6:0 Abwehr zurückzuführen. Da hatten wir echt Hoffnung und waren uns sicher wenn wir so weiter spielen, dass das reichen wird“, so Pascal Fleig der zwar auf der Bank saß, Andersen allerdings nicht zur Verfügung hat stehen können.

Womöglich hätte eine ähnliche Abwehr- und vor allem Angriffsleistung auch zum Sieg gereicht, aufgrund des dünnen Kaders schwanden die Kräfte gegen Mitte der zweiten Halbzeit allerdings so stark, dass man in der letzten Viertelstunde nur noch ein Tor werfen konnte. Somit stand am Ende eine leider verdiente 14. Saisonniederlage und der momentan letzte Tabellenplatz der dritten Liga Süd.

Klingt sehr dramatisch, ist es in gewisser Maßen auch. Allerdings ist im Keller alles ziemlich eng, gewinnt man zwei Spiele am Stück sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Die Hoffnung und den Glauben auf die noch absolut realistische Chance den Klassenerhalt klar zu machen ist allerdings noch lange nicht erloschen. Selbstverständlich würden auch bei einer erneuten Niederlage die Feuer nicht ausgehen und man wird bis zur letzten Saisonminute alles raus hauen, um das Ziel zu erreichen.

„In komplette Panik zu verfallen würde uns eh nicht weiter helfen. Sicherlich würde dem Kader etwas Erfahrung nicht schaden, aber diese Situation kennen wir nur allzu gut aus der letzten Saison. Hier waren wir auch lange ganz unten mit dabei, haben dann allerdings durch einen sensationellen Endspurt im April die Klasse halten können“, so der älteste Spieler der jungen Mannschaft. „Diese Saison ist nichts anders. Klar, es fehlt Pascal Bührer, er hat vor allem gegen Ende der Saison oft sein ganzes Können auf die Platte gebracht. Aber dafür sind andere Spieler in eine ähnliche Rolle gewachsen.

Dennoch müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass jeder im Team, vor allem in den knappen Situation, die Verantwortung übernehmen muss, da wir sonst einfach zu leicht auszurechnen sind. Manchmal will dann keiner den entscheidenden Fehler machen, aber so gewinnt man leider kein Handballspiel. Wir arbeiten hart und werden alles reinwerfen. Noch ist auf jeden Fall Zeit im Notfall auch ein Erfolgserlebnis zu erzwingen auf welches man dann aufbauen kann.“ so Zipf weiter.

Am kommenden Samstag trifft der Drittligadino in eigener Halle auf den im Mittelfeld der Tabelle positionierten Gast aus Pfullingen. Sicherleich kein angenehmer Gegner, zumal man in den letzten Jahren nie besonders gut aussah gegen die Spielstarke Mannschaft um Toptorschützte Micha Thiemann bzw. nach Feldtoren Marc Breckel. Doch nicht nur auf diese beiden Spieler sollte man das Hauptaugenmerk legen. Auch Daniel Schliedermann ist ein sehr weniger und schneller Spieler, der durch sein gutes eins gegen eins immer wieder Platz für seine Mitspieler schafft.

Selbst möchte man wieder eine stabile Abwehr stellen und daraus hinaus wieder das Spiel der zweiten Phase verstärken. Im Positionsspiel muss wieder mehr Spielfluss entstehen.

Gegen Hochdorf sah das in der ersten Halbzeit über weite Phasen noch sehr gut aus, allerdings verstrickte man sich dann im zweiten Durchgang zu oft in eins gegen eins Situationen, bei denen man gegen die körperlich Stärken Gegner kaum eine Chance hatte. Trotz der Tabellensituation zeigte man die letzten Wochen zumindest Zuhause immer wieder gute Leistungen und konnte auch einige Punkte einfahren. An diese Heimstärke will man sich erinnern und von Beginn an zeigen, dass man um jeden Zentimeter in der Halle kämpfen wird, aber trotzdem einen kühlen Kopf bewahren möchte.

„Pfullingen ist sicherlich ein guter Gegner. Aber das sind alle in dieser Saison. Spätestens am Wochenende hat man das wieder gesehen, als der Tabellenletzte aus Hochdorf gegen den Tabellenführer aus Kornwestheim gewinnen konnte. Dennoch sehen wir den VFL durchaus als schlagbar und so werden wir auch in diese extrem wichtige Partie gehen“, so Vorzeigekämpfer Axel Simak.

Das Team baut außerdem auf die Unterstützung der Fans im Rücken. Ohne diese wird es im Kampf gegen den Abstieg sicherlich noch schwerer werden. Anpfiff ist am Samstag um 20:00 Uhr in der Ludwig-Jahn-Halle in Teningen.

SG Köndringen/Teningen  VfL Pfullingen

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