Sechs oder sieben Handball-Teams können noch nach dem Meistertitel in der Südstaffel der 3. Liga greifen, oder zumindest Zweiter die Relegations- und Aufstiegsoption ziehen.

Die Bereitschaft dazu scheint aber eher gering zu sein. Einzig Pforzheim und Fürstenfeldbruck (falls der 13.Punkte-Abzug rückgängig gemacht wird) haben – mehr oder weniger halbherzig – angekündigt, für die 2. Liga melden zu wollen. Bis zum bestandenen Lizenzverfahren ist es aber dann aber noch ein weiter Weg.

Zu diesem illustren Kreis an Kandidaten gehören theoretisch auch die HG Oftersheim/Schwetzingen (fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TGS Pforzheim) und der TVG Großsachsen (vier), die sich als Kontrahenten an diesem Wochenende gegenüberstehen. Niemand zählte oder zählt sie weiterhin als Favoriten auf die ganz vorderen Ränge. Vor Ort sind beide froh, den angepeilten Klassenerhalt eigentlich schon in der Tasche zu haben. TVG-Trainer Stefan Pohl unterstreicht dies: „Die HG wurde wie wir eher unten in der Tabelle erwartet. Sie hat aber genauso alle Kritiker Lügen gestraft und ist eine Topmannschaft, die besonders zuhause gerne über sich hinauswächst.“ Hier steht nun erstmal der sportliche Wettstreit im lokalen Duell im Vordergrund. Da will sich keiner der Kombattanten eine Blöße geben.

Selbstverständlich haben die Trainer Martin Schnetz und Frederik Fehrenbach über verschiedene taktische Varianten nachgedacht, die auch von der Verfügbarkeit ihres Personals abhängen. Über genaue Inhalte wollten sie sich verständlicherweise nicht dazu äußern. Sie hoffen auf eine deutliche Entspannung der Situation, die aber im dienstäglichen Training noch nicht gegeben war. Ganz im Gegenteil, Kevin Körner verletzte sich dabei sogar. Und sicher scheint, dass „Ib“-Spielmacher Christoph Lahme nicht zur Verfügung steht. Er soll bis zum Bretten-Spiel für die „Zweite“ wieder freigemacht werden. Muss also jetzt und gegen Kronau/Östringen II den Regularien entsprechend aussetzen.

„Von Entspannung kann nicht die Rede sein“, meint denn auch Schnetz. „Simon ist immer noch krank, wir hoffen zwar auf seinen Einsatz am Samstag, aber er wird wohl nicht gerade topfit auflaufen.“ Eine Situation mit der sich der Rückraummann aber auskennt. Körperlich angeschlagen ging er auch in das Match Balingen-Weilstetten II. Da die Ib quasi zeitgleich in Birkenau spielt fehlen auch ein wenig die Alternativen. „In dieser Zusammensetzung bleibt uns mal wieder nur die Außenseiterrolle – in der wir uns allerdings zuletzt zuhause recht wohl gefühlt haben“, gewinnt Schnetz der Sache aber auch Positives ab. „Fest steht jedoch, dass wir vor eigenem Publikum um jeden Zentimeter kämpfen werden. Sollte der Gegner uns auf die leichte Schulter nehmen, ist eine weitere Überraschung nicht ausgeschlossen. Wir gehen also hochmotiviert, aber völlig ohne Druck in dieses Derby und egal wer spielt – Wir werden zumindest kämpfen!“

Da könnten sich die Zuschauer auf einiges gefasst machen. Die gegenseitigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen den beidem Kontrahenten sind mannigfaltig. Einer der Hauptakteure auf Gästeseite ist dabei der aus Schwetzingen stammende Jan Triebskorn. Der Rückraumakteur kündigte seinen Ex-Kumpels nach dem letzten Spieltag schon mal siegesgewiss an: „Stellt Euch auf Eure zweite Heimniederlage ein.“ Dass er und seine Kollegen, wenn sie richtig motiviert sind, bis zum Ende Vollgas geben können, bewiesen sie zuletzt in Östringen, als sie nach 21:29-Rückstand noch ein 33:33 erreichten. Endspurtqualitäten bewiesen aber auch die Hausherren schon zur Genüge, weshalb sie außer gegen Pfullingen bislang keinen einzigen weiteren Punkt vor heimischer Kulisse liegen ließen. Und das soll nach dem Willen der Einheimischen auch so bleiben.

HG Oftersheim/Schwetzingen – TV Germania Großsachsen (Samstag, 19.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)

HG Oftersheim/Schwetzingen  TV Germania Großsachsen

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