Daniel Schliedermann erzielte in vier Spielen 18 Tore für den TV Willstätt. ©Peter Heck
Daniel Schliedermann erzielte in vier Spielen 18 Tore für den TV Willstätt. ©Peter Heck

Der Spielbetrieb in der 3. Handball-Liga Süd der Männer ist wegen der Corona-Pandemie zwar noch bis Ende Januar ausgesetzt, doch der TV Willstätt zog am Wochenende mit jeweils einer Trainingseinheit am Freitag, Samstag und Sonntag trainingstechnisch wieder die Zügel an. Noch nicht voll dabei war allerdings Daniel Schliedermann.

Hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen: Willstätts Daniel Schliedermann. ©Christoph Breithaupt
Hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen: Willstätts Daniel Schliedermann. ©Christoph Breithaupt

Der Deutsche Handballbund (DHB) verlängert die Aussetzung des Spielbetriebs in der 3. Liga und Jugend-Bundesliga bis Ende 2020. Die Drittligisten spielen anschließend die Hinrunde zu Ende und dann um Auf- und Abstieg.

Das Präsidium und der Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) haben am Mittwoch in einer Videokonferenz beschlossen, den Spielbetrieb der 3. Liga mit dem TV Willstätt (2.Platz/7:1 Punkte) in der Süd-Staffel der Männer und der Jugend-Bundesliga mit der A-Jugend des TuS Helmlingen (10. Platz/0:12 Punkte) in der Süd-Staffel Corona-bedingt bis Ende des Jahres auszusetzen. Vorangegangen war am 30. Oktober ein ebenfalls von Präsidium und Vorstand gefasster Beschluss, den Spielbetrieb aufgrund der rasant steigenden Infektionszahlen zunächst bis zum 15. November zu unterbrechen. Eine Wiederaufnahme ist derzeit zum Wochenende 9./10. Januar beabsichtigt, sofern dies die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt, teilte der DHB in einer Pressemeldung am Mittwoch mit.

Lusch zeigt Verständnis

„Wir hätten gerne die Runde weitergespielt. Die Jungs waren gut in Form und auch das Hygiene-Konzept in der Halle, das Online-Ticketing und der Livestream auf Sportdeutschland-TV haben gut funktioniert“, kommentierte Willstätts Handball-Chef Rainer Lusch die Verlängerung der Spielpause, hat aber aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen Verständnis für die DHB-Entscheidung. Zudem gab es in der vergangenen Trainingswoche zwei Verletzungen: Spielmacher Daniel Schliedermann hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und Rechtsaußen Regis Matzinger eine Sehne am Fuß abgerissen. Zudem sind Christopher Räpple (Schmerzen im Sprunggelenk), Louis Pfliehinger (Schambeinentzündung und Adduktoren-Zerrung) und Yanez Kirschner (Muskelverletzung in der Wade) verletzt, und Linksaußen Dinko Dodig ist am Sonntag in seine Heimat Bosnien geflogen, da sein Vater gestorben ist.

Dem DHB-Beschluss vorausgegangen war am Dienstagabend ein Online-Meeting aller Drittligisten mit dem Verband zur Entscheidungsfindung. Hier wurde auch besprochen, dass mit der Fortsetzung des Spielbetriebs ab dem 9./10. Januar nicht die komplette restliche Saison durchgezogen, sondern nur die Hinrunde beendet werden soll. Anschließend stehen drei Modelle in der Diskussion, wie Auf- und Abstieg sowie der Pokal-Wettbewerb geregelt werden sollen. Wie diese Playoff-Varianten genau aussehen, soll später festgelegt werden.

Training hat Priorität

„Unser oberstes Ziel ist es weiterhin, verantwortungsvoll Möglichkeiten für Handball zu schaffen. Priorität haben dabei Wiederaufnahme und Fortführung des Trainings. Dies gilt insbesondere für die Nachwuchstalente. Unabhängig von der formalen Einordnung als Profi- oder Amateursport kämpfen wir für alle Mannschaften auf politischer Ebene darum, dass sie trainieren können, wenn sie dies tun wollen“, sagt Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des DHB, in der Presseerklärung. „Wir haben hierfür im ersten Lockdown mit dem Leitfaden ,Return to play‘ die Basis für in den Vereinen in der Zwischenzeit bewährte Hygienekonzepte geschaffen. Diese werden auch in der jetzigen Phase eine elementare Hilfe sein.“

Der Deutsche Handballbund hat in den vergangenen beiden Wochen mit der Spielkommission 3. Liga und dem Jugendspielausschuss alle Vereine in die Situationsanalyse eingebunden, mit den zuständigen Gremien unter anderem spieltechnische Szenarien entwickelt und als maßgeblichen rechtlichen Rahmen auch die Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer ausgewertet. Von insgesamt 131 Mannschaften der 3. Liga (72 Männer, 59 Frauen) haben derzeit ein Drittel keine Erlaubnis, weiter zu trainieren. Etwa die Hälfte dürfte den Spielbetrieb auch ohne Zuschauer nicht aufnehmen. Insgesamt ergibt sich für die 3. Liga ein heterogenes Bild, auch was die Einordnung als Amateur- oder Profisport betrifft. Ähnlich ist die Ausgangslage für die Jugend-Bundesliga, in der 40 männliche und nach absolvierter Vorrunde 16 weibliche Nachwuchs­teams aktiv sind.

Re-Start gegen Plochingen

Für die Drittliga-Handballer des TV Willstätt ist die Trainingssituation zur vollsten Zufriedenheit geklärt, da sowohl Gemeinde als auch das Land die 3. Liga als zum Profibereich gehörend eingestuft haben und deshalb den Trainingsbetrieb in der Hanauerlandhalle bereits im November erlaubt haben. Der TVW wird nun allerdings sein Training im November etwas reduzieren und nur noch zweimal pro Woche trainieren. Im Dezember wird dann drei Wochen das volle Trainingsprogramm durchgezogen, bevor vom 20. Dezember bis 4. Januar eine Pause folgt. Den Re-Start der 3. Liga plant der TVW am Sonntag, 10. Januar, mit dem Ende Oktober ausgefallenen Heimspiel gegen den TV Plochingen (3. Platz/6:2 Punkte). Ob die 3. Liga dann regelmäßige Corona-Tests durchführen muss, ist noch offen. 

 
Handball-Drittligist TV Willstätt (hier Yannick Ludwig beim Torwurf) darf zumindest trainieren. ©Peter Heck
Handball-Drittligist TV Willstätt (hier Yannick Ludwig beim Torwurf) darf zumindest trainieren. ©Peter Heck Eine für Montag angedachte Video-Konferenz des Deutschen Handball-Bundes (DHB) mit den beteiligten Vereinen fand nicht statt, soll aber noch in dieser Woche den Status der 3. Liga klären: Profisport oder nicht?

Es war nicht ganz das erwartete Geisterspiel, welches die Drittliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen gegen jene der SG Pforzheim/Eutingen vor leeren Rängen bestritten. Hans-Peter Müller verrichtete seinen Job als Hallensprecher genauso wie das Technikteam Video und Audio – Leinwand und Lautsprecheranlage –bedienten.

  Marius Osswald und der TV Willstätt haben am Montag erst mal Pause.  ©Christoph Breithaupt
  Marius Osswald und der TV Willstätt haben am Montag erst mal Pause.  ©Christoph Breithaupt

 Das Präsidium und der Vorstand des Deutschen Handballbundes haben gemeinsam am Freitagabend in einer Videokonferenz beschlossen, den Spielbetrieb in der 3. Liga und Jugend-Bundesliga ab Montag zunächst bis einschließlich 15. November auszusetzen.

Wann dürfen Alexander Velz und Kollegen wieder loslegen? ©Christoph Breithaupt
Wann dürfen Alexander Velz und Kollegen wieder loslegen? ©Christoph Breithaupt Profis oder Amateure? Die Drittliga-Handballer des TV Willstätt rätseln über ihren Status. Denn nur wenn die 3. Liga als Profi-Liga eingestuft wird, dürfen die Hanauerländer, die das Heimspiel am gestrigen Sonntagnachmittag wegen einen Corona-Verdachtsfalls im Umfeld von Gegner TV Plochingen kurzfristig abgesagt hatten, im November weiter trainieren und spielen. 

Christopher Räpple hat sich in Konstanz am Fuß verletzt. Willstätts Rückraumspieler war aber Donnerstagabend wieder im Training dabei und soll am Sonntag spielen. ©Handball-Server
Christopher Räpple hat sich in Konstanz am Fuß verletzt. Willstätts Rückraumspieler war aber Donnerstagabend wieder im Training dabei und soll am Sonntag spielen. ©Handball-Server

Während der regionale Sport am Wochenende fast komplett in die zweite Corona-Zwangspause geht, steht Handball-Drittligist TV Willstätt vor einem Spitzenspiel.

Der TV Willstätt hat jetzt erst mal Pause. ©Stefan Arbogast
Der TV Willstätt hat jetzt erst mal Pause. ©Stefan Arbogast Das für Sonntag, 17 Uhr, angesetzte Punktspiel der 3. Handball-Liga Süd des TV Willstätt gegen den TV Plochingen findet nicht statt.

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