Vor unglaublichen Fankulisse und Ehrengästen aus Sport und Politik verlieren die Freiburgerinnen gegen die Gäste von der Weser, obwohl zur Halbzeit schon alle Weichen auf Heimsieg gestellt waren.



887 Zuschauer feuerten die Red Sparrows in der Wentzinger Sporthalle an. (Foto: Patrick Seeger)

Die Red Sparrows kamen gut in die Partie. Von der lautstarken Halle angetrieben gelang es den Freiburgerinnen direkt, das Ruder in die Hand zu nehmen und sich mit 5:2 das erste Mal an diesem Abend von den Bremerinnen abzusetzen. Durch die Führung beflügelt spielte die Mannschaft von Ralf Wiggenhauser immer wieder freie Würfe heraus, verwandelte diese und stand auch in der Defensive souverän: „Ich denke, wir haben in der ersten Halbzeit wirklich gut gespielt.“, so der Coach der Red Sparrows im anschließenden Match-Talk.

Zur Halbzeit schien die Partie in sicheren Händen, die Stimmung in der Halle war gut, aber das Spiel noch lange nicht entschieden: „Wir wussten, dass Bremen besser ist als diese drei Punkte, die sie haben.“, erzählte Wiggenhauser. Die Bremerinnen, seit dem 1. Januar vom Niederländer Robert Nijdam  trainiert, hatten das Spiel noch lange nicht aufgegeben.


Carolin Spinner versenkte zwei Hammerwürfe im Netz der Bremer. (Foto: Patrick Seeger)

Der zweite Durchgang begann wie der erste, nur mit vertauschten Rollen. Werder kam besser aus der Halbzeit und erwischte die Red Sparrows immer wieder auf dem falschen Fuß. Schon nach sieben Minuten in der 2. Halbzeit sah sich Wiggenhauser beim Spielstand von 14:12 gezwungen, ein Timeout zu nehmen. Eine Pause, die Wirkung zeigte: Christiane Baum, mit 5 Treffern eine der aktivsten Spielerinnen, traf kurz nach dem Timeout und brachte die Freiburgerinnen wieder mit drei Toren in Führung. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Es sollte der letzte Freiburger Treffer für eine sehr lange Zeit werden.

Ehe Baum in der 48. Minute nach einem erneuten Timeout den nächsten Treffer für die Red Sparrows erzielte, mussten die Fans in der Wentzinger Sporthalle zusehen, wie Nadine Czok (7 Tore, 5/7 7-Meter) innerhalb von wenigen Sekunden zwei 7-Meter hintereinander verwarf, wie gefühlt jeder Ball an der starken Bremer Torhüterin Marie Andresen abprallte und Werder das Spiel an sich riss. Baums Treffer markierte das 16:17.


Christiane Baum erzielte das einzige Tor der Red Sparrows in den ersten 18 Minuten der zweiten Halbzeit (Foto: Patrick Seeger)

Die Führung würden die Bremerinnen nichtmehr hergeben. Zu cool und souverän spielten die Damen von der Weser es nun. Auch als Simone Falk (3 Tore, 2/4 7-Meter) für die Freiburgerinnen durch zwei Treffer von der 7-Meter Linie das Spiel wieder zum 18:18 ausglich, kochte zwar die Stimmung in der Halle, aber die Mannschaft von Wiggenhauser konnte nicht mehr mithalten.

„Das war einfach eine sehr starke Halbzeit von Bremen und eine schwache von uns.“, so Wiggenhauser und sah das Problem vor allem in der Chancenverwertung: „Wir haben über 20 verworfene Bälle und nur ein erzieltes Tor in den ersten 18 Minuten. Das ist einfach zu viel. Am Ende haben wir ja nur noch vom 7-Meter getroffen.“


Zu Gast bei den Red Sparrows: Der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, Oberbürgermeister Martin Horn, und Sportbürgermeister Stefan Breiter gemeinsam mit der Vorstandsvorsitenden der HSG Freiburg Julia Söhne, Trainer Ralf Wiggenhauser und dem Vorstandsvorsitzenden der HSG Freiburg Raynald Thommen. Nicht auf dem Bild, aber ebenfalls in der Halle waren VertreterInnen der Damen des SC Freiburg, der Freiburger Sacristans und des TV Bötzingen. (Foto: Fionn Große)

Denise Engelke, mit 11 Toren (6/7 7-Meter) stärkste Bremerin, und Jordis Mehrtens (4 Tore, davon drei Tore in der Schlussphase) führten die Bremerinnen an und besiegelten das Schicksal der Freiburgerinnen. Der Endstand von 20:24 markiert damit die erste Niederlage im Jahr 2020 für die Red Sparrows. Tabellarisch ändert sich jedoch nichts, mit 10:18 Punkten und nach wie vor Tabellenplatz 13 ist man weiterhin 4 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Nächste Woche geht es dann für das Team von Wiggenhauser in die Hauptstadt zum Tabellenneunten: „Nächste Woche fahren wir nach Berlin zu den Füchsen und versuchen, dort ein besseres Spiel zu machen.“



Spielverlauf 1:0 (2'), 2:2 (4'), 5:2 (10'), 7:4 (15') 11:5 (22'),  14:10 (30'), 15:12 (38'), 16:17 (48'), 18:18 (52'), 18:20 (55'), 20:24 (60')

Red Sparrows HSG Freiburg - SV Werder Bremen 20:24 (14:10)

Red Sparrows: Lena Fischer, Debora D’Arca; Kathrin Schilling, Christiane Baum (5), Angelika Makelko, Denise Schwaiger, Johanna Chaumet, Rebecca Dürr, Carolin Spinner (2), Alica Burgert, Nadine Czok (7, 5/7 7-Meter), Leonie Hartl, Simone Falk (3, 2/4 7-Meter), Maja Zeides, Jessica Peter, Marie Lipps (3)

SV Werder Bremen: Marie Andresen, Meike Anschütz; Naomi Conze (3), Lena Thomas (1), Jordis Mehrtens (4), Lotta Heinrich (1), Sarah Seidel, Denise Engelke (11, 6/7 7-Meter), Maren Gajewski (3, Rote Karte), Laura Sposato, Stefanie Güter, Pia Döpke (0/1 7-Meter), Alina Defayay (1)

Schiedsrichter: Maunel Lier, Jan Lier
Zuschauer: 887.

Red Sparrows HSG Freiburg  Red Sparrows HSG Freiburg  SV Werder Bremen

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