A-Jugend der HSG Konstanz vergibt ersten Satzball.


Einen ganz empfindlichen Rückschlag musste die A-Jugend der HSG Konstanz hinnehmen. Statt im Duell Sechster gegen Siebter mit einem Sieg den Vorsprung auf Göppingen auf fünf Punkte auszubauen und den Sack zur direkten Bundesliga-Qualifikation fast schon zuzumachen, musste sich der Zweitliga-Nachwuchs nach einer indiskutablen Leistung vor allem in der ersten Halbzeit mit 32:34 (10:18) geschlagen geben und steht nach überraschenden Erfolgen der Konkurrenz nun wieder mächtig unter Druck.

So hatten sich das Christian Korb und Thomas Zilm nicht vorgestellt. Schien in den ersten Minuten noch alles nach Plan zu laufen und die HSG beim 4:2 (11.) auf dem Weg zu zwei echten Big Points, so war davon bald nicht mehr viel zu sehen. Mit einem 4:0-Lauf drehten die Schwaben die Partie zum 6:4 und zogen nun von Minute zu Minute weiter davon. Ohne echte Abwehrarbeit, ohne letzte Konsequenz im Angriff und irgendwie gar nicht richtig auf dem Spielfeld zeigten sich unterdessen die Gastgeber, die dem Gegner somit ganz einfaches Spiel ermöglichten. „Wir haben eindeutig zwei Punkte verschenkt“, musste Trainer Thomas Zilm konstatieren. „Göppingen hat völlig zurecht gewonnen, weil wir das Spiel 40 Minuten lang verschlafen haben.“

Mit einem Siebenmeter nach Ablauf der Spielzeit freute sich der Nachwuchs des EHF-Pokalsiegers über einen 18:10-Vorsprung zur Halbzeit. Eine Hypothek, die für die Talente vom Bodensee nicht mehr aufzuholen war – obwohl durchaus die Chancen dazu dagewesen wären. Zwar gelang es Konstanz auch im zweiten Durchgang nicht, zu seiner gewohnten Stärke und seinem explosionsartigen Tempospiel zu finden, das eine solide Abwehrarbeit voraussetzt. Dennoch wirkten die Gelb-Blauen zumindest aus dem Tiefschlaf erwacht und starteten langsam ihre Aufholjagd. Über 17:22 stellte die HSG auf 20:24 (44.). Dabei gingen die Konstanzer jedoch teilweise fahrlässig mit klarsten freien Chancen um und mussten somit bis zur 49. Minute warten, ehe Joel Mauch auf drei Tore verkürzen konnte (25:28). Als dann der starke Lars Michelberger knapp fünf Minuten vor dem Ende seine Farben tatsächlich auf 30:32 heranbrachte, keimte nochmals kurz Hoffnung auf.

Eine weiter völlig körperlos agierende Deckung und etwas Pech im Abschluss bei einem Pfostentreffer von Michelberger, der den Anschluss bedeutet hätte, verhinderte jedoch mehr. Trotz anderen Gesichts nach der Pause kam die Aufholjagd letztlich zu spät. Die Enttäuschung stand Thomas Zilm in das Gesicht geschrieben: „Wir haben viel zu lange gebraucht, um halbwegs die Qualität reinzubekommen, das Spiel gewinnen zu wollen. Es war lange nicht der letzte Wille erkennbar, auch wenn wir am Ende nochmal aufgedreht haben. Das ist zu wenig für die Phase, in der wir uns befinden.“ Druck sei spürbar gewesen, gab der B-Lizenzinhaber zu, doch die Zweifel nach einem Fehlwurf, fehlendes Feuer in der ersten Halbzeit und mangelnde Beinarbeit in der Deckung konnte er sich auch nicht erklären.

„Wir müssen im Verbund in der Defensive arbeiten“, schimpfte Zilm, „nur im Eins-gegen-Eins reicht es nicht. Wir haben den ersten Satzball vergeben und es ist wieder alles in alle Richtungen offen.“ In dieser Woche werden viele Einzelgespräche geführt werden, um am Freitag (20.30 Uhr) in eigener Halle für das nächste Endspiel gegen Balingen-Weilstetten gerüstet zu sein. „Es muss sich endgültig jeder bewusst sein, dass es jetzt darauf ankommt“, appelliert der HSG-Coach an seine Schützlinge und erwartet am Freitag eine Reaktion.

HSG Konstanz – Frisch Auf Göppingen 32:34 (10:18)

HSG Konstanz: Moritz Ebert, Sven Koester (Tor); Felix Fehrenbach (1), Patrick Volz (4), Lars Michelberger (4), Hendrik Dahm (1), Jonas Hadlich (6), Julian Kirschmann, Joel Schamberger, Joel Mauch (13/6), Julian Küchler, Moritz Dierberger, Johnny Polis (3), Hannes Schlegel.

HSG Konstanz  Frisch Auf! Göppingen

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