Knappe Niederlage gegen den Thüringer HC


Das Endspiel des OLYMP Final4 um den deutschen Handballpokal zwischen dem Thüringer HC und der SG BBM Bietigheim in der Stuttgarter Porsche Arena war Werbung für den Frauenhandball und an Dramatik nicht zu überbieten. Mit 23:24 (12:13) verlor der Deutsche Meister in der Schlusssekunde gegen den Thüringer HC.

In diesem mit Spannung erwarteten Finale um den deutschen Pokal war vor 3569 Zuschauern von Beginn an Feuer im Spiel. Hochkonzentriert begannen die beiden deutschen Spitzenmannschaften. Eine kritische Phase hatte Bietigheim in der 10. Minute bei einem Rückstand von 4:5 bei gleichzeitiger doppelter Unterzahl zu überstehen, doch die heute bravourös haltende Dinah Eckerle im Zusammenspiel mit der Abwehr, hielten den Kasten in dieser Phase sauber.

Es blieb weiter ein hochklassiges Spiel auf Augenhöhe, das von beiden Seiten hart geführt wurde, aber nie unfair war. In der 15. Minute markierte Fie Woller den umjubelten 6:6-Ausgleich. Zwei Minuten später erzielte Luisa Schulze dann die verdiente 8:7-Führung für die SG BBM. Als Kapitänin Kim Naidzinavicius in der 19. Minute zum 10:8 einnetzte, musste THC-Coach Herbert Müller die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch legen.

In der Folge fand der THC wieder besser ins Spiel und führte nach 25 Minuten mit 13:11. Das Ende einer spektakulären ersten Halbzeit markierte Kim Naidzinavicius per Siebenmeter mit dem Anschlusstreffer zum 13:12.

Die SG BBM kam besser aus der Kabine. Mit dem Ausgleichstreffer von Routinier Anna Loerper startete der zweite Durchgang. Kim Naidzinavicius ließ per Doppelpack gleich die Führung zum 15:13 folgen – die Porsche Arena verwandelte sich in ein Tollhaus. Die Thüringer steckten nicht auf und glichen aus, nur um postwendend durch die überragende SG-Kapitänin einen Doppelpack zu kassieren.

Für die drei Tore-Führung zum 20:17 nach 42 Minuten war dann Abwehrchefin Maura Visser per Siebenmeter verantwortlich. Fie Woller legte mit einem unnachahmlichen Dreher das 21:17 nach. Aufgrund des vier Tore- Rückstandes und der verbleibenden Spielzeit stellte der THC auf eine 7 gegen 6-Formation um, in dem für die Torhüterin die siebte Feldspielerin eingewechselt wurde.

Beim Spielstand von 23:20 ging es in die letzten zehn Minuten. Thüringen kam in der 56. Minute auf 23:22 heran und glich aus. Mit Dramatik und Spannung ging es in die letzten drei Finalminuten. In der 58. Minute scheiterte ausgerechnet die überragende Kim Naidzinavicius beim Siebenmeter am Innenpfosten, ebenso wie Maura Visser eine Minute vor dem Ende. Zwei Sekunden vor Schluss war es schließlich Emily Bölk, die mit ihrem Buzzerbeater den Siegtreffer zum 24:23 für den Thüringer HC erzielte und damit die Bietigheimer Double-Träume platzen ließ.

SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen: „Es war das spannende Finale, das jeder erwartet hat. Wir haben heute Frauenhandball auf höchstem Niveau vor einer großartigen Kulisse gesehen. Uns hat am Ende das Quäntchen Glück gefehlt. Ich bin trotzdem sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Tore: Naidzinavicius 10/4, Woller 3, van der Heijden 2, Loerper 1, Visser 2/1, Kudlacz 2, Lauenroth 1, Schulze 1, Malestein 1

SG BBM Bietigheim  Thüringer HC

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