Fabian Baumgart (l.) und Sascha Wild waren in den vergangenen Wochen sowohl in der Bundesliga wie auch international unterwegs. ©DHB

In Zeiten der Corona-Pandemie laufen auch für die Handball-Schiedsrichter Fabian Baumgart und Sascha Wild ihre Einsätze ungewohnt ab.

Vergangenen Mittwoch haben Fabian Baumgart (TuS Altenheim) und Sascha Wild (HC Hedos Elgersweier) das EM-Qualifikationsspiel zwischen Portugal und Island in Matosinhos gepfiffen. Eine schöne Wallfahrtskirche gibt es dort, Porto ist in Sichtweite. Doch Sightseeing fiel für die beiden Elite-Schiedsrichter des Deutschen Handball-Bundes aus. „Wir waren am Strand spazieren und haben dort einen Kaffee getrunken. Das war es.“

Ausgangssperre in Wien

Noch eingeschränkter waren für die beiden Ortenauer die Möglichkeiten unlängst in Wien, wo Ausgangssperre herrschte. „Da waren wir den ganzen Tag im Hotel und sind abends in die Halle gegangen.“ Grundsätzlich, so betont das Duo, „halten wir uns aber eh zurück und achten vielleicht mehr noch als andere auf Hygienekonzepte“.

Leere Flugzeuge

Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ist bei ihren Reisen dennoch latent vorhanden, wenn auch nicht unbedingt dort, wo man es einmal am ehesten vermutet hatte. „Die Flugzeuge sind derzeit ziemlich leer“, berichtet Fabian Baumgart, „vergangene Woche in Frankfurt waren wir in der Sicherheitskontrolle sogar die Einzigen“. Das Risiko schätzt das Duo, natürlich subjektiv betrachtet, „geringer als beim Einkauf“ ein.

Ein Spiel dürfen sie erst mit einem negativen Text leiten. Das hat auch den Vorteil, dass sie bei der Rückreise nach Deutschland gar nicht erst in die Gefahr einer Quarantäne kommen, „weil wir stets einen Negativtest dabei haben“.

Zitterpartie in Kassel

Mittlerweile ist das Test-Procedere eingespielt, die erste Partie nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs, ein Qualifikationsspiel für die European League zwischen HB Esch und Pfadi Winterthur damals in Kassel, geriet für die Ortenauer allerdings zur Zitterpartie. „Erst beim Frühstück im Hotel haben wir telefonisch die Nachricht erhalten, dass der Test negativ war“, so Wild. Das Ergebnis wurde danach schriftlich nachgereicht.

Keine technische Besprechung mehr

Auch in den Hallen hat sich natürlich einiges verändert. Die technische Besprechung mit Mannschaften und Delegierten fällt aus. Die Formalien werden im Vorfeld online geklärt. Und in der Halle gibt es kein Handshake mehr, fast kein Gespräch. „Der Vorteil ist, wir können uns auf unser Spiel konzentrieren.“

Alles in allem können sie das Konzept mittragen, sagen beide, auch wenn das Herz blutet. So wie vor Kurzem beim Bundesliga-Schlagerspiel der Rhein-Neckar Löwen gegen Flensburg in der SAP-Arena in Mannheim, die normalerweise knapp 15 000 Fans Platz bietet. „Ohne Zuschauer ist das bitter, aber im Moment eben nicht anders machbar.“

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