Nadja Kaufmann aus Elgersweier spielt mit Kappelwindeck/Steinbach um die deutsche Meisterschaft. ©Marco Schreiber
"Es hat wieder richtig Spaß gemacht“, freute sich Nadja Kaufmann. Tags zuvor hatte die Handballerin aus Elgersweier mit der A-Jugend der SG Kappelwindeck/Steinbach das DM-Viertelfinale erreicht. Nach dem 24:25 im Hinspiel gab es einen 28:18-Erfolg gegen den HTV Hemer.

Die DM-Spiele sind das Highlight einer Saison, von der Nadja Kaufmann sagt: „Einfach war sie nicht.“ Seit 2019 spielt die 18-Jährige bei der SG Kappelwindeck/Steinbach sowohl in der A-Jugend als auch bei den Frauen. Wobei das Spielen in den vergangenen Monaten nicht geklappt hat. Mit den Frauen hat sie in der 3. Liga genau eine Partie absolvieren können, mit der A-Jugend waren es in der Bundesliga immerhin vier, in der Oberliga war alles ausgefallen.

"Privilegiert"

„Wir waren zwar privilegiert, weil wir trainieren durften, doch wir wussten nicht, wie es weitergeht, und das war nicht einfach“, sagt Nadja Kaufmann. Auch trainieren ohne Ziel hat seine Grenzen.

Doch als klar war, dass zumindest noch die Spiele um die deutsche Meisterschaft der A-Jugend stattfinden sollen, waren Lage und Stimmung gleich anders. „Man hat deutlich gemerkt, dass es auch mit der Konzentration wieder besser geht“, gibt die Spielführerin zu.

Mitte ist die Lieblingsposition

Gerne hätte die Tochter des Ex-Fußballers und Trainers Ralf Kaufmann auch die Partien in der Drittligamannschaft der SG Kappelwindeck/Steinbach mitgenommen. Um Erfahrungen zu sammeln, „denn man merkt schon das Körperliche. Und die Spielerinnen sind in der Regel viel abgeklärter und selbstbewusster“, hat sie festgestellt. Wobei sie auch im eigenen Team da zuletzt eine deutliche Entwicklung ausmachen konnte. „Dadurch, dass wir viel zusammentrainieren, sind wir mittlerweile auch selbstbewusster geworden. Zudem haben wir das Vertrauen von Trainer Arnold Manz, das hilft“, sagt die schnelle Rechtshänderin, die in der Jugend auf der Mitteposition und bei den Aktiven vorzugsweise auf Linksaußen agiert. „Die Mitte ist dabei schon die Position, die ihr am besten gefällt. „Da kann man Verantwortung übernehmen, Spielzüge ansagen, denken und lenken.“ Und man ist mittendrin im Spiel.

Mit 18 schon bei den Alten

Schon mit drei Jahren hat Nadja Kaufmann in Elgersweier mit dem Handball begonnen, 2016 wechselte sie zum TuS Schutterwald, wo sie dann später auch ein Jahr in der Jugend-Bundesliga spielen durfte. 2019 folgte der nächste Schritt zur SG Kappelwindeck/Steinbach. Bis dahin war Nadja Kaufmann übrigens meist die Jüngste im Kader, doch das hat sich mittlerweile geändert. „Wenn wir im Training ‚Alt gegen Jung‘ spielen, bin ich schon manchmal bei den Älteren“, lacht die 18-Jährige, die rückblickend ein bisschen mit ihren Nerven hadert. Denn als es vor ein paar Jahren bei der Sichtung um den Sprung in den Kader der Jugendnationalmannschaft ging, „war ich komplett verkopft“. Inzwischen hat der Fan von Welt-Handballerin Stine Bredal Oftedal daran gearbeitet und dazugelernt. „Jetzt weiß ich, dass ich mich nicht so sehr unter Druck setzen darf.“

Nun gegen Bietigheim

Das will die junge Frau, die ein duales Studium bei der Polizei anstrebt, in den nächsten Wochen weiter beweisen. Gelegenheit bieten nun die beiden Spiele im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft gegen Bietigheim, die aber einen Haken haben, weil Zuschauer fehlen werden. „Es wäre toll gewesen, vor 1000 Zuschauern zu spielen“, bedauert Kaufmann.

 
 
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