Nach der Südbadenliga-Meisterschaft überreichte Staffelleiterin Doris Straubmüller im Mai 2019 an Denise Vollmer die Urkunde für die Handballerinnen der SG Schenkenzell/Schiltach. Die damalige Spielführerin ist inzwischen verheiratet mit Physiotherapeut Kevin Oesterle (Dritter von rechts) und nun Nachfolgerin der Trainer Andreas Hauer (von rechts) und Sebastian Brand. ©Verein
Nach dem coronabedingten Abbruch der Saison mit dem Klassen­erhalt in der Oberliga und nach äußerst langer Punktspielpause starten die Handballerinnen der SG Schenkenzell/Schiltach am Samstag wieder durch.

 

Zum Auftakt der neuen Saison geht es zum Aufsteiger TuS Schutterwald. Um 17.30 Uhr beginnt mit dem Spiel auch die Premiere für Denise Oesterle als neue Trainerin, nachdem sich der Verein und Clemens Redjabo nach nur rund sechs Wochen „einvernehmlich“, so SG-Leiter Ralf Jehle, getrennt haben.

Die schwierige und lange Suche der SG, eine Nachfolge für die so erfolgreichen Trainer Andreas Hauer und Sebastian Brand zu finden, wurde erst Anfang August beendet. Mit Clemens Redjabo, der in Schönwald wohnt und in Haslach arbeitet, wurde ein sehr erfahrener Trainer gefunden. Der 58-Jährige mit der Eintracht Freiburg als Heimatverein hatte unter anderem in die Schweiz die Männer des TV Münsingen in der 3. Liga sowie die Frauen von Alemannia Freiburg-Zähringen in der BW-Oberliga gecoacht. Um einen reibungslosen Übergang in der trainerlosen Zeit zu gewährleisten, hatten die ehemalige Spielerin Denise Oesterle und ihr Ehemann Kevin, seines Zeichens Physiotherapeut der Mannschaft, die ersten Trainingseinheiten im Juli begleitet.

„Es hat nicht gepasst“

C-Lizenz-Inhaber Redjabo lobte diesen Einsatz und wünschte sich, dass Denise Oesterle als Co-Trainerin am Ball bleiben würde, als „ideales Bindeglied zur Mannschaft“. Allerdings entwickelte sich das Ganze anders als geplant. „Es hat leider nicht gepasst zwischen Mannschaft und Trainer“, so Ralf Jehle auf OT-Anfrage, „daher haben wir in beiderseitigem Einvernehmen die Zusammenarbeit beendet.“

Für die SG ist dies nach dem neuerlichen Aufstieg die zweite Oberliga-Saison, der Klassenerhalt soll diesmal auch ohne äußere Umstände gehalten werden. Wobei angesichts von 18:22 Punkten und Platz 10 in der 14er-Liga der Klassenerhalt verdient war – mit Denise Oesterle noch als spielende Leistungsträgerin und nun als neue Trainerin.

Klassenerhalt als Ziel

„Was anderes als der Klassenerhalt kann es für uns als Ziel nicht geben“, erklärt die 30-jährige Wolfacherin, die den Großteil ihrer 26 Handballjahre bei der SG verbracht hat, dazwischen aber auch in der 3. Liga für die HSG Freiburg spielte. Insgesamt sei die Saisonvorbereitung ganz gut verlaufen, wobei gerade die letzten beiden Testspiele erfreulich gewesen seien. Gegen Drittligist Steinbach gab es ein 29:28 und gegen Landesligist Rottweil ein 46:23.
Personell jedoch sehe es nicht ganz so rosig aus. Mit Annika Frick-Schorr blickt eine der beiden Torhüterinnen Mutterfreuden entgegen und ist nicht mehr dabei. Eine zweite Keeperin neben Larissa Gehweiler konnte nicht verpflichtet werden. Ronja Ahn verabschiedet sich nach diesem Wochenende gen Norden, um zu studieren, Pia Weichenhein plant ein Auslandssemester ab Januar 2021. Immerhin steht Melanie Schwilk für die ersten drei Saisonspiele zur Verfügung, die ansonsten im Nordosten der Republik studiert.

„Gleich die ersten Punkte holen“

„Jeder von uns sowie alle drumherum sind wieder mit voller Einsatzbereitschaft dabei“, erklärt Charline Maier, eine der Leistungsträgerinnen und freut sich auf das Spiel in Schutterwald. „Zwar konnten wir unsere Lust am Handball bereits bei einigen Trainingsspielen einigermaßen stillen“, sagt sie, doch ein Punktspiel sei etwas anderes: „Mit Spaß, Teamgeist, Siegeswillen und Leidenschaft wollen wir gleich die ersten beiden Punkte holen.“

Die gastgebenden Schutterwälderinnen gewannen in der vorigen Saison zwölf ihrer 17 Spiele, standen knapp auf dem ersten Rang der Südbadenliga und sicherten sich einen Platz in der BWOL. „Auch weil wir am Samstag den bestmöglichen Kader haben, wollen wir unbedingt doppelt punkten“, gibt Denise Oesterle als Devise für ihre überraschende Premiere als Oberliga-Trainerin aus.


Der Kader:


Tor: Larissa Gehweiler

Feld: Katrin Scherkenbach, Charline Maier, Carina Schmid, Corinna Kränzler, Melanie Schwilk, Leona Vollmer, Vanessa Haas, Oliwia Milewski, Ronja Ahn, Pia Weichenhein, Vanessa Paul, Gina Wöhr, Carolin Moser, Sina Müller, Anna Eichhorn

Trainerin: Denise Oesterle (1. Saison)
Torwarttrainerin: Heike Wöhr

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