TuS Helmlingen gewinnt das Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen. (Bilder)


Die Uhr zeigt 50:00 Minuten an. Helmlingen führt mit 25:24. Ein letzter Freiwurf für die Gäste. Vorbei. Die Rhein-Rench-Halle verwandelt sich in ein Tollhaus. In einem dramatischen Spitzenspiel der Baden-Württemberg-Oberliga besiegt der TuS Helmlingen das professionell geführte Internatsteam der Rhein-Neckar-Löwen verdient mit 25:24 und übernimmt damit die alleinige Tabellenführung in der höchsten deutschen Spielklasse. 500 Zuschauer waren nach dem Schlusspfiff begeistert aber auch angesichts der Dramaturgie des Spiels mit den Nerven am Ende. Phänomenal angefangen, solide den Vorsprung verteidigt, total den Faden verloren und final den „Lucky Punch“ gesetzt.

Mit dem Anpfiff drückten die B-Jungs des TuS das Gaspedal durch. Tempohandball und mit aller Konsequenz vorgetragene Angriffsaktionen. Rouven Horn und Jonas Meyer schlossen gleich die beiden ersten Aktionen zum 2:0 ab. Zwar kam der Gast zum 2:2 Ausgleich, doch der TuS strotzte nur so vor Selbstvertrauen. Die aggressive Abwehr gewann direkt Bälle, Lennard Kull zeigte im Tor gleich mehrere unglaubliche Paraden und der Abwehrspezialist Timo Reuter traf per Konter zum 3:2. Der C-Jugendliche Florian Heidt erhöhte aus dem Rückraum zum 4:2 nach 7 Minuten Spielzeit. In diesem Takt ging es weiter. Angesichts der für sie ungewohnten Kulisse von 500 Zuschauern, zusätzlich unterstützt durch die Guggenmusik Sandbachschlorbi aus Vimbuch, erstarrten die Rhein-Neckar-Löwen wie das Kaninchen vor der Schlange. 8:5 stand es nach 12 Minuten und 6 Zeigerumdrehungen später gar 12:6 durch Jonas Meyer. Als die Halbzeitsirene ertönte führte der Gastgeber mit 16:8. Dem Nachwuchs des zweimaligen deutschen Meisters war angesichts der Vorstellung der Helmlinger der Schrecken im Gesicht anzusehen.

Im zweiten Durchgang änderte sich zunächst nicht viel. Die Gäste versuchten u.a. mit einem fliegenden Torhüter eine Trendwende. Doch der TuS erhöhte gar auf 20:11 und als Jonas Meyer 12 Minuten vor dem Ende zum 22:14 ins leere Tor traf gaben die Löwen auch dieses taktische Mittel auf. Die Zeichen standen nun klar auf Sieg. Denkste. Der Volldampfhandball hatte Kraft gekostet und der Verschleiß zeigte Wirkung, zumal die Löwen die breitere Bank hatten. 5 Tore in Folge brachten den Gästen das 22:19 und noch 6 Minuten waren zu spielen. Ein vorübergehendes Lebenszeichen zeigte Fabian Ludwig mit dem 23:19, weitere 3 Gegentore und der Anschluss der Löwen war geschafft. Nach Jan Kraffts 24:22 brachte Jo Knipps Wurf 80 Sekunden vor Schluss den 24:24 Ausgleich. Entscheidend für Helmlingen in dieser Depressionsphase waren mehrere Paraden des jungen Lennard Kull im Tor, welcher mit dieser Leistung bestätigte, dass er in Baden-Württemberg zu den größten Talenten gehört. Jan Kraft krönte mit einer letzten Energieleistung zum 25:24 seine phänomenale Leistung, der Rest ist Geschichte. Tolle Abwehr, kein Tor mehr und grenzenloser Jubel.

Trainerstimmen:

Thomas Schuppan:
Ich bin super zufrieden mit meinen Jungs. Heute dürfen sie zurecht durchdrehen. Doch wir haben noch nichts gewonnen, so dass ich sie am Dienstag im Training wieder hart auf den Boden zurückholen werde. Ich denke bereits an nächstes Wochenende.

Daniel Meyer:
Helmlingen hat eine fast perfekte erste Halbzeit gespielt und lag verdient vorne. Wir haben aber alles in die Waagschale geworfen und sind zurückgekommen. Durch die unterschiedlichen Leistungen in den Halbzeiten sieht man, dass die Spieler in diesem Alter mental noch nicht gefestigt sind. Gratulation an den TuS und ich wünsche nun den Durchmarsch. Vielleicht nehmen wir dann beide an den Deutschen Meisterschaften teil.

TuS Helmlingen: Dorian Caleta, Daniel Siewert und Lennard Kull im Tor; Jonas Meyer 6, Timo Reuter 4, Fabian Ludwig 1, Florian Heidt 2, Manuel Meyer 1, Rouven Horn 3, Jan Kraft 7/3, Henry Meder und Marko Stankovic 1.

RNL: David Späth im Tor; Robert Kraß 3/2, Lion Zacharias 2, Florian König 3, Hannes Weindl 1, Mats Gruppe 1, Luk Bartsch, Gianluca Herbel 1, Maximilian Albrecht, Tim Burkhard 2, Jo Knipp 8 und Niklas Michalski.

Schiedsrichter: Alexander Hähnel und Robert Hoffmann
Siebenmeter: TuS 3/3; RNL 2/2
Zeitstrafen: TuS 2, RNL 6.

TuS Helmlingen  Rhein-Neckar Löwen

Zum Seitenanfang