„Mit Mut und Glück“: U23 der HSG Konstanz holt nächste Big Points.


Da war wirklich alles drin: Der schon im Vorfeld einige Bedeutung beigemessene Partie zwischen der U23 der HSG Konstanz und dem TSV Zizishausen bot ein extremes Wechselbad der Gefühle. Am Ende strahlte Konstanz über die nächsten zwei Big Points im Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga. Nach drei Siegen in den ersten vier Spielen im Jahr 2019 konnte sich die Drittliga-Reserve mit nun 23 Punkten auf Tabellenplatz sechs in Tabellenmittelfeld etwas von der Abstiegszone absetzen.

Davor mussten beide Mannschaften aber so einige Höhen und Tiefen durchstehen. „Da waren sehr viele gute Sachen dabei“, lobte Matthias Stocker seine junge Truppe auf der einen Seite, gab aber schweißgebadet auch zu: „Auf der anderen allerdings viele Fehler. Am Ende holen wir mit Mut und Glück zwei Punkte.“ Einen hatte sich seine Mannschaft mit aufopferungsvollem Kampf redlich verdient, den zweiten schrieb der HSG-Trainer schlicht und ergreifend dem Glück zu.

Dabei war es seine Mannschaft, die furios startete und mit 4:1 vorlegte – nach einer Viertelstunde aber mit 6:7 ins Hintertreffen geriet. Beispielhaft für eine verrückte Partie, in der die Führung ständig wechselte. Mal lag Konstanz wieder zwei Tore vorne, dann wieder die Gäste aus dem Landkreis Esslingen. Zizishausen war ein „zäher Gegner“, so Stocker, der mit nur neun Feldspielern das von den Hausherren forcierte hohe Tempo über 60 Minuten mitging, auch über die schnelle Mitte. Mit Erfolg, denn nach 45 Minuten schienen die Nürtinger mit einer Zwei-Tore-Führung auf dem Weg zum Auswärtssieg.

Die HSG-Talente hatten dabei immer wieder so ihre Probleme mit den guten Würfen des TSV Zizishausen. Oft gelang es dem HSG-Nachwuchs, die Gäste mit einer ordentlichen Deckung in das drohende Zeitspiel zu bekommen – doch am Ende befreiten sich die Württemberger konnten meist doch noch erfolgreich abschließen. Über den vor allem in der ersten Halbzeit glänzenden Patrick Volz und später Joel Mauch, Benjamin Schweda und Alexander Lauber kamen die Gelb-Blauen zurück. „Das waren ganz wichtige Situationen“, hob er den Rechtsaußen hervor und freute sich, dass er die Last erneut auf viele Schultern verteilen konnte. Eine davon war Beachhandball-Nationaltorwart Moritz Ebert, der seiner Mannschaft mit wichtigen Paraden wieder und wieder den Rücken stärkte.

Der körperlich überlege Gast aus Zizishausen hatte fünf Minuten vor Schluss dennoch alle Trümpfe in der Hand und führte 29:28. Bis Lauber ausglich und Manuel Both die Konstanzer U23 zweieinhalb Minuten vor Schluss mit 30:29 in Front brachte. Wenige Sekunden später musste Joschua Braun vom Feld und die Gastgeber somit fast die ganze verblieben Spielzeit in Unterzahl überstehen. Zizishausen kam so zweimal zum Abschluss – und scheiterte zweimal am Aluminium – und Konstanz jubelte. Über einen „dreckigen Sieg“, so Stocker, der, sportlich fair, nach einer couragierten Vorstellung der Gäste ein Remis für gerecht gehalten hätte. „Aber“, grinste er, „das nehmen wir gerne so mit. Das war schon ein Wechselbad der Gefühle, mit viel Nervenkitzel am Ende.“ Große Erleichterung herrschte danach über das kleine Polster nach unten und den gewonnenen direkten Vergleich gegen Zizishausen. „Das kann vielleicht noch wichtig werden“, freute sich der 31-Jährige.

HSG Konstanz U23: Moritz Ebert, Sven Gemeinhardt (Tor); Joel Mauch (5/1), Kai Mittendorf, Carl Gottesmann, Manuel Both (2), Samuel Löffler (3), Benjamin Schweda (4), Luca Merz (2), Alexander Lauber (4), Patrick Volz (8), Joschua Braun (2), Hendrik Dahm, Jonas Hadlich.

HSG Konstanz  TSV Zizishausen

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