„Nur auf uns sehen“: U23 der HSG Konstanz vor vielen Herausforderungen in Fellbach, Anpfiff: Samstag, 19.30 Uhr, Zeppelinhalle.


Es könnte nach vier Siegen und nunmehr 9:5 Punkten alles in Butter sein. Doch trotz 9:5 Punkten ist von Euphorie bei der U23 der HSG Konstanz wenig zu spüren. Trainer Matthias Stocker bremst, die Mannschaft macht einen konzentrierten Eindruck und zusätzlich schweben noch dunkle Wolken in Form von einigem Verletzungspech über dem jüngsten Oberliga-Team, das sich am Samstag, 19.30 Uhr, beim SV Fellbach behaupten muss.

Eine Aufgabe, die nicht nur aufgrund der angespannten Personalsituation und einer daraus resultierenden schwierigen Trainingswoche als echte Herausforderung zu werten ist. Vor allem mental wird sich zeigen, wie reif die Youngster der HSG sind. Denn vordringlichste Aufgabe des Trainers wird es sein, immer wieder vor dem Gegner zu warnen. Ein schwieriges Unterfangen beim oberflächlichen Blick auf die aktuelle Tabelle. Aufsteiger SV Fellbach rangiert auf dem letzten Rang, hat erst einen Zähler auf dem Konto. „Aber eben auch nur eine Tordifferenz von minus elf“, hält Stocker dagegen.

Soll heißen: Der Liganeuling war immer dran und hatte oft riesiges Pech, dass nicht mehr Zählbares nach guten Leistungen heraussprang. Exemplarisch dafür: das letzte Spiel bei der Erstliga-Reserve aus Stuttgart. Mit der Schlusssirene musste Fellbach den entscheidenden Treffer zur 21:22-Niederlage hinnehmen. Stocker: „Sie hatten am Schluss ein paarmal unglaubliches Pech.“ Für ihn ein weiterer Beleg, dass in der Oberliga jeder jeden schlagen könne. Wie auch die U23 der HSG geht Fellbach die Herausforderung Oberliga mit einer sehr jungen Mannschaft an, die aus zehn Eigengewächsen besteht. In dieser Liga eine echte Besonderheit. Je nach Definition von „Eigengewächs“, kann die Konstanzer Reserve selbst auf bis zu 17 Eigengewächse zählen. 17 Spieler kamen zumindest aus der eigenen Jugend in die U23, zwölf davon sind mindestens seit der B-Jugend am Schänzle aktiv.

Allerdings steht mit Andreas Blodig (32) als Spielertrainer auch ein echter Hochkaräter mit ganz viel Erfahrung im Aufgebot der Stuttgarter Vorstädter. Blodig dirigierte unter anderem Jahre bei der SG BBM Bietigheim in der 1. und 2. Bundesliga das Spiel. „Ihre wichtigste Waffe im Angriff“, weiß der HSG-Coach über die wie Konstanz auch gerne über das Tempospiel kommende Mannschaft. „Ich weiß“, sagt der 31-Jährige, „dass uns vor allem eine ganz schwere Anfangsphase bevorstehen wird. Wir müssen nur auf uns sehen, nicht auf die Tabelle.“ Gerade was das Engagement in der Abwehr angeht, erwartet er eine ähnlich stabile Leistung wie in den vergangenen Partien und fordert: „Man muss von der ersten Sekunde an sehen, dass wir in Sachen Kampfbereitschaft mindestens auf Augenhöhe sind.“

Wen er letztlich mit an die nordöstliche Stadtgrenze Stuttgarts nehmen kann, wird sich kurzfristig entscheiden. Doch der B-Lizenzinhaber kann auf einen großen Kader zurückgreifen und macht das Beste aus der Situation. „Mit denen arbeiten, die da sind“, lächelt er und fügt an: „Dafür umso intensiver.“ Der Trend der letzten Wochen, denn von einer Entwicklung möchte der Trainer noch nicht sprechen, soll auf jeden Fall fortgesetzt werden. „In vier bis fünf Wochen können wir dann sehen, was sich entwickelt hat“, meint er.

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