U23 der HSG Konstanz freut sich auf Südbaden-Derby daheim.


Wer mit arg dezimiertem Aufgebot nach Sieben-Tore-Rückstand zurückkommt und dabei die letzten Minuten sogar mit nur vier Feldspielern übersteht, der scheint körper- und charakterlich in bester Verfassung zu sein. Vor dem Südbaden-Derby am Sonntag, 18 Uhr, in der Schänzle-Sporthalle gegen den starken TuS Schutterwald, hofft man im Lager der U23 der HSG Konstanz dennoch auf personelle Entspannung.

Doch ob diese zu erwarten ist oder sich die Lage weiter als extrem schwierig darstellt, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Fest steht, so Trainer Matthias Stocker, der aufgrund des prall gefüllten Lazarettes mit zwei Toren selbst noch einmal unfreiwillig sein Comeback feierte, „dass wir einfach nicht aufgegeben haben. Dazu kam eine gute Physis und dass wir noch enger zusammengestanden sind. Das haben die Jungs sensationell gemacht.“ Mit dem TuS Schutterwald bekommt es seine blutjunge Mannschaft nun jedoch mit einem ganz anderen Kaliber zu tun. Für den HSG-Coach ist der Neuling aus der Ortenau, früher in der 1. Bundesliga aktiv, „kein normaler Aufsteiger“ und „bärenstark.“ Gerade vor dem Hintergrund der starken Gegner in den kommenden Wochen war der verrückte Erfolg in Fellbach so wichtig. Mit 11:5 Punkten und Rang drei in der sehr ausgeglichenen Oberliga hat sich die Zweitliga-Reserve ein kleines Polster auf die Abstiegszone erarbeitet.

Dicht dahinter lauert der nächste Gegner, der nach dem Aufstieg schon zehn Punkte gesammelt hat. Mit Trainer Nico Baumann versteht sich Stocker hervorragend und lobt dessen gute Arbeit. Mit einer guten Mischung aus sehr erfahrenen Spielern und hungrigen Talenten stellt sich Schutterwald als schwer zu bespielender und noch schwerer zu besiegender Kontrahent dar. Die Niederlagen gegen Topteams wie Pforzheim waren allesamt hauchdünn. Christoph Baumann (31), beim Erfolg in Stuttgart vor einer Woche 14 Mal als Torschütze erfolgreich – war bereits für die TGS Pforzheim aktiv, zuletzt Südbadenliga-Torschützenkönig und ist aktuell schon wieder ganz vorne als bester Feldtorschütze der Liga zu finden. Mit Tim Heuberger (28) – Sohn des Ex-Bundestrainers Martin Heuberger – und Felix Zipf (28), der lange Jahre für Balingen und Köndringen-Teningen in der 3. Liga als einer der gefährlichen Linkshänder der Liga von sich reden machte, ist die Rückraumreihe exzellent besetzt.

Die nächsten Wochen werden mithin schwer für die verletzungsbeutelte U23 der HSG. „Zugleich bietet sich die Chance für andere, in die Bresche zu bringen und sich im Spiel zu entwickeln“, macht Stocker auf der anderen Seite deutlich. Eine starke kämpferische Leistung vorausgesetzt. Schutterwald kann auf viel Erfahrung bauen, dazu die Euphorie des Aufstieges – „und dann läuft es auch noch“, lacht der 31-Jährige. „Was das bewirken kann, davon können wir aus der letzten Saison noch ein Lied singen.“ Eines, das mit Platz drei endete. Ein Brett komme so auf Konstanz zu, ist der Verantwortliche sich sicher. Die Derby-Konstellation lässt ihn jedoch kalt. „Wir sehen das ganz entspannt. Nach Fellbach fahren wir doch etwa genauso lang wie nach Schutterwald.“ Auf der anderen Seite werden die Ortenauer traditionell hochmotiviert an den Bodensee zum „Südbaden-Derby“ fahren. Einen Sieg würde Stocker am Sonntag dennoch noch mehr feiern als sonst – aber nur, weil er in der derzeitigen Situation noch wertvoller und höher einzustufen ist, als sonst. Denn: „Wir sind so bestimmt nicht der Favorit. Wir müssen mit weniger Spielern auskommen, haben aber immer noch genug, die es richten können.“ Dazu, wie sich zuletzt in der zweiten Hälfte in Fellbach wieder zeigte, eine gute Abwehr mit Keeper Moritz Ebert dahinter und eine sehr gefährliche Flügelzange aus Patrick Volz auf der linken und Felix Fehrenbach und Jerome Portmann auf der rechten Seite. Ob sich angesichts der möglichen Ausfälle die Spielweise verändern wird, lässt Stocker mit einem verschmitzten Lächeln offen. (Bild: Pisa)

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