Zwei Ortenauer unter sich: Felix Zipf im Duell gegen den aus Nonnenweier stammenden Fabrizio Spinner (11). ©Christoph Breithaupt
Der TuS Schutterwald verliert zum Auftakt der Handball-Oberliga gegen die SG Köndringen/Teningen mit 28:38. Schwache Abwehrleistung des TuS und ein starker Sebastian Kicki im Tor der Gäste.

„Wir haben gespielt, als wäre es ein Freundschaftsspiel“, sagte Felix Heuberger, der sportliche Leiter. „Relativ ernüchternd“, fand Nico Baumann, der Trainer, den Auftritt und vermisste die Emotionen. Rausgekommen ist am Ende eine 28:38 (17:20)-Niederlage des TuS Schutterwald gegen die SG Köndringen/Teningen, die vollauf in Ordnung ging. „Wir waren heute die klar bessere Mannschaft, vor allem viel bissiger. Das hat sich auch in der Körpersprache gezeigt“, fand Gäste-Coach Michael­ Schilling. Und wohl keiner der 130 Zuschauer (alles Dauerkarteninhaber) wollte ihm da widersprechen. Zu sehr enttäuschte am Samstag der Auftritt der Gastgeber. 

Schweigeminute für Thomas Welle

Nach einer Schweigeminute für den im Juni verstorbenen langjährigen TuS-Akteur Thomas Welle kamen die Schutterwälder nie richtig ins Spiel. Ab dem 2:2 zog der Gast, der eine sehr gute Vorbereitung hinter sich hat, peu á peu davon, führte nach neun Minuten mit 9:5 und nach zwölf Minuten mit 12:6. In diesem Abstand ging es weiter. Erst ein paar Unkonzentriertheiten bei Köndringen/Teningen ließen den TuS zur Pause auf 17:20 rankommen. Der Gast stand in der Abwehr hervorragend, während die Schutterwälder zu zögerlich agierten.

„Phasenweise haben wir nicht schlecht gedeckt, doch gegen Maurice Bührer oder Fabrizio Spinner sind wir einfach zu passiv gestanden. Da muss man früher rausgehen“, monierte Baumann und gab zu: „Hinten waren wir leider schon in der Vorbereitung nicht sattelfest.“ Bührer auf halbrechts hatte am Ende 13/1 Treffer auf seinem Konto, Spinner (ehemals HSG Meißenheim/Nonnenweier) auf halblinks acht Tore. Spätestens beim 22:32 (49.) nahm der Verlauf aus Sicht des TuS schon desaströse Züge an. Köndringen/Teningen durfte ungehindert aufspielen. „Da haben wir uns für meinen Geschmack zu früh aufgegeben“, monierte Baumann. 

Sahnetag des Gästetorwarts

Daran hatte wohl auch Sebastian Kicki Schuld. Der 37-jährige Torwart der Gäste, erfahren aus über 500 Spielen in der 1. polnischen Liga, hatte einen Sahnetag erwischt, so war ein frühes Oberliga-Comeback von Philipp Grangé nicht notwendig geworden. Der Ex-Altenheimer, eigentlich nur noch Funktionär in Teningen, stand als zweiter Torwart bereit und hatte zuvor schon in der Südbadenliga-Reserve gespielt. „Vincent Lutz ist wegen eines positiven Coronafalls an seiner Schule in Quarantäne, die Torhüter aus der zweiten Mannschaften sind entweder verletzt oder noch gesperrt“, berichtete Schilling von einem Engpass.

Derweil hatte Nico Baumann mit Steffen Dold, Tobias Moser und Raphael Herrmann gleich drei Akteure zum Einsatz zwischen den Pfosten gebracht, denen aber die spektakulären Paraden fehlten, um für ihre Vorderleute den Steilpass zu liefern. „Bei der Abwehr war es allerdings auch schwer“, gab Nico Baumann zu, der die Defizite vor allem in der Defensive ausmachte: „38 Gegentore sind zu viel. Da müssen wir den Hebel ansetzen.“
Das muss schnell und gründlich passieren, denn am Samstag (18 Uhr) geht es schon zum euphorisierten Aufsteiger TSV Birkenau.

Schutterwald – Köndringen/Teningen 28:38 (17:20)
Schutterwald:
 Moser (13.-38.), Dold (bis 12.), Herrmann (ab 39.); T. Heuberger 4, Langenbacher 2, Hug 1, Doll (n.e.), K. Heuberger (n.e.), Seigel 1, Zipf 3, Baumann 9/3, Herzog 1, Fleig 2, Harter 2, Oesterle (n.e.), Silberer 3.
Köndringen/Teningen: Kicki 2; Ehrler 2, S. Endres 3, Zank 1, Simak 3, Spinner 8, Bührer 13/1, Kunde 1, Keune, Emmenecker, M. Endres 3, Tscherner 2.
Schiedsrichter: Dannecker/Volz (Geislingen) – Zuschauer: 130
Zeitstrafen: acht  – vier Minuten

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