Mit Abstand trainierte der TuS Schutterwald im Waldstadion. ©Privatfoto

Nach achtmonatigem Lockdown haben die Oberliga-Handballer des TuS Schutterwald wieder das Training aufgenommen. Erste Einheiten im Waldstadion absolviert.

Nico Baumann gehört zu jenen Menschen, denen die sportliche Untätigkeit im Lockdown nicht mal ungelegen gekommen ist. Am 15. Januar sind der Coach des Handball-BW-Oberligisten TuS Schutterwald und Ehefrau Tatjana, Handballerin des TuS Ottenheim, Eltern des kleinen Joey geworden. „Für die Familie war das richtig gut. Diese Zeit will ich nicht missen“, gibt Baumann ehrlich zu.


Seit zehn Tagen hat er gemeinsam mit Co-Trainer Marco Schiemann seine Schützlinge nun aber wieder versammelt. Die ersten Einheiten wurden im Waldstadion absolviert, erst diese Woche kommt in der Mörburghalle der Ball ins Spiel.

Verantwortung der Spieler

Acht Monate Lockdown müssen aus den Gliedern trainiert werden. Laufen und Krafttraining waren in den vergangenen Monaten Hausaufgaben der Spieler. „Das ist Eigenverantwortung. Wir kümmern uns um Beine und Schultern“, stellt Baumann klar. Dabei geht es vor allem darum, nach dieser langen Pause, die für alle Neuland war, die Balance zwischen Belastung und Verletzungsprophylaxe zu finden.

18./19. September Saisonstart

Saisonstart in der BW-Oberliga soll am 18./19. September sein, doch es gibt weiterhin einige Fragezeichen. Ob die Liga mit 15 oder 16 Mannschaften starten wird, hängt davon ab, ob die U23 der HSG Konstanz von der 3. Liga in die Oberliga absteigen muss, falls deren Erste den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga nicht schafft. Noch nicht klar ist der Modus, wobei Baumann nie Zweifel daran gelassen hat, dass er persönlich die südbadische Variante mit zwei Gruppen bevorzugen würde. Und über allem steht nach einer abgebrochenen und einer annullierten Saison der Wunsch, „endlich wieder eine komplette Runde zu spielen“.

Veränderungen geplant

Als Ziel für die nächste Saison nennt Baumann lachend: „Besser abschneiden als vergangene Saison.“ Bei Abbruch lag der TuS nach vier Partien und 1:7 Punkten bekanntlich auf dem drittletzten Rang nach einem allerdings nicht einfachen Auftaktprogramm. Doch klar war auch: Die Mannschaft hat nicht gut gespielt, deshalb kündigt der Coach auch Veränderungen an. „Die wollen wir aber erst mit der Mannschaft besprechen.“

Verletzungen auskuriert

Immerhin: Der Lockdown bot Gelegenheit, langwierige Verletzungen auszukurieren. Pascal Fleig hat seine Knieprobleme weg, und auch Rene Wöhrle ist anderthalb Jahre nach seinem Kreuzbandriss wieder genesen. So kann das Trainerteam auf den kompletten Kader bauen, zu dem in dieser Saison die aus der Jugend aufgerückten Kevin Heuberger, Bastian Oesterle und Hannes Doll fest gehören. Noch im Training dabei ist der einzige Abgang: Torwart Tobias Moser macht ab September ein freiwilliges soziales Jahr in Lateinamerika.

Hohe Impfquote

So gibt es derzeit nur vereinzelt Ausfälle, und die sind Impfungen geschuldet. „Da sind wir auf einem sehr guten Weg“, freut sich Baumann über eine bereits sehr hohe Impfquote in der Mannschaft. Der Grund liegt für den Trainer auf der Hand. „Als Hallensportler muss sich jeder die Frage stellen, ob er tatsächlich vor jedem Training oder Spiel einen Test machen will.“ Impfen ist da schlichtweg die einfachere Methode.

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