HG verliert gegen Kenzingen.


Der Tabellenführer der Handball-Oberliga musste vor heimischer Kulisse seine zweite Saisonniederlage hinnehmen, bleibt aber dennoch vorne dran. Gegen den TB Kenzingen unterlag die HG Oftersheim/Schwetzingen mit 27:31 (13:14). "Das war wirklich etwas überraschend", gab der Spieltertrainer der Gäste, Aureilius Steponavicius, später zu, bekannte aber auch im Wettbüro auf sein Team gesetzt zu haben.

"Die Abwehr kannst du den Hasen geben, das ist ein peinlicher Witz", schimpfte ein enttäuschter Zuschauer während der zweiten Halbzeit und brachte damit einen der Knackpunkte, wenn auch etwas drastisch, auf einen Nenner. Aber auch im Angriff lief einiges nicht ganz rund, wurde eher Schonkost verabreicht. Es nur auf das Fehlen des beruflich verhinderten Alexander Sauer zu schieben, wäre viel zu einfach, denn die Südbadener traten nur mit einer Rumpftruppe an und bissen sich durch.

Sie brauchten zwar einige Zeit für ihren ersten Treffer, aber sie führten fast durchgehend bis zum Spielende. Der sonst souveräne Torhüter Daniel Unser - bei seinen Gegner gefürchtet - hatte zwar wieder an jedem Ball seine Finger. Doch das, was sonst abprallt, fand diesmal regelmäßig seinen Weg ins Netz - auch weil ihn die Deckung oftmals im Stich ließ. Beim 3:7 (12.) wurde es HG-Trainer Martin Schnetz dann zu bunt und er ließ seinem Unmut in einer Auszeit energisch freien Lauf. Äußerst mühsam und auch unterstützt von einigen Kenzinger Hinausstellungen arbeiteten sich die Hausherren wieder aus ihrem Tief heraus. Doch als der einzige verlässliche HG-Werfer mit 12:11 die erste Führung der Gastgeber markierte, läutete dies noch keine Trendwende ein.

Mehrfach hatte die HG aber im Fortgang des Geschehens die Möglichkeiten, den Anschluss zu verhindern oder gar gleichzuziehen (17:18, 25:26). Doch: "Jedes Mal wenn sich uns diese Chance bot, passierte wieder irgendein dummer Fehler", schnaubte Co-Trainer Frederik Fehrenbach. Hier ein Schrittfehler, da ein Fehlpass oder ein Ball mal eben in die Bandenwerbung. In dieser Hinsicht war alles geboten. So hatte Kenzingen meist einen Vorsprung von drei, vier Toren Differenz (20:24, 25:29). Mehrere Versuche mittels Auswechselungen, veränderten Positionen diverser Spieler oder Systemumstellungen im Deckungsverbund fruchteten nicht.

"Wir haben den Gegner nie unterschätzt. Wir wussten dass alle vier Heimspiele in unserer Situation eher zu den schwierigeren Partien gehören," suchte Schnetz auch nach der Begegnung nach Antworten. Wir verloren Zweikämpfe, wir machten die Mitte nicht zu und bekamen den Kreisläufer Tobias Hüglin (8 Tore) nie in den Griff." Sein Fazit: "Angriff nicht gut, Abwehr noch schlimmer." Sein Dauerschütze vom Dienst kassierte als einziger Lob. "Hideg war wieder hervorragend, aber ein Spieler reicht einfach nicht. Wir haben nichts umgesetzt, von dem, was wir uns vorgenommen hatten." Einzig Simon Förch sorgte beim Treffererzielen noch für etwas Entlastung. Steponavicius indes freute sich: "Der Gegner kam nie ins Spiel, wir hatten alle, außer dem Halblinken (Hideg eben) unter Kontrolle. Der hat uns allerdings ordentlich eingeschenkt." Der Litauer fand auch noch anerkennede Worte für das in seinen Augen "tolle Schwetzinger Publikum", das Leistung zu würdigen weiß. Das sei nicht in allen Hallen so. In die gleiche Kerbe schlug auch noch Schnetz: "Die Zuschauer waren heute stärker als wir, haben uns bis zum Ende angefeuert.

HG Oftersheim/Schwetzingen - TB Kenzingen 27:31 (13:14)

HG Oftersheim/Schwetzingen: Daniel Unser - Thorsten Erich Micke (1), Philipp Kinscherf - Alexander Lemke (1), Lino Messerschmidt (3), Jannis Fellhauer (1) - Marius Gabel, Christian Fendrich (1), Simon Förch (3/1), Lucas Gartner, Justus Mehl (2), Kevin Körner, Alexander Kubitschek, Daniel Hideg (15/2), Martin Schnetz; Trainer: Martin Schnetz

TB Kenzingen: Michael Schiffner - Kevin Abu Höfer, Aurelijus Steponavicius (4), Benjamin Pommeranz, Vilius Juozaitis (5) - Sebastian Schäfer (7/5), Benjamin Rollinger (2), Janik Pommeranz (5) - Tobias Hüglin (8), Niklas Kudernak - Kevin Schwende; Trainer: Aurelijus Steponavicius

Schiedsrichter: Magnus Enßle (TV Mögglingen), Holger Krieg (TV Mögglingen)

Gelb: Simon Förch (7:52), Alexander Kubitschek (12:37), Jannis Fellhauer (21:53), Martin Schnetz (54:27) / Vilius Juozaitis (2:25), Tobias Hüglin (2:56), Benjamin Rollinger (14:31)

Strafminuten: 8:14

2 Minuten: Lino Messerschmidt (23:10), Kevin Körner (25:04), Daniel Hideg (39:14), Christian Fendrich (44:52) / Tobias Hüglin (13:24), Tobias Hüglin (18:44), Vilius Juozaitis (20:36), Aurelijus Steponavicius (20:37), Sebastian Schäfer (23:55), Sebastian Schäfer (36:21), Vilius Juozaitis (50:56)

Vergebener Siebenmeter: Simon Förch / -

HG Oftersheim/Schwetzingen  TB Kenzingen

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