Erstmals seit der Gründung der SG Freudenstadt/Baiersbronn im Jahr 2006 konnte die erste Herrenmannschaft den Klassenerhalt in der Landesliga feiern.


Dass ihr Team zudem als die Überraschungsmannschaft der Saison betitelt wird, erfüllt das Trainerduo mit Stolz. Nichtsdestotrotz sorgen die Corona-Krise und die Auswärts-Schwäche für kleine Makel einer ansonsten äußerst erfolgreichen Spielzeit.

Nachdem die Schwarzwald-SG in einer dramatischen Relegation gegen den TuS Altenheim II den nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die Landesliga Nord feiern konnte, wurde die Mannschaft von Head-Coach Krzysztof Lisiecki und Co-Trainer Ralph Kammer vielerorts als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Viele „Fachkundige“ prophezeiten den Schwaben einen direkten Wiederabstieg wie zuletzt im Jahre 2010.

Auf einem Abstiegsplatz stand die SG jedoch nur exakt einen Spieltag. Nach der 19:26 Auftaktniederlage beim späteren Vizemeister TuS Ottenheim fand man sich zunächst auf dem drittletzten Platz wieder. Was folgte, waren drei Siege in Serie und von da an rangierte die Lisiecki-Sieben konstant zwischen den Plätzen zwei und sechs. Gegen den Mitaufsteiger TuS Helmlingen II feierte man im März den letzten Sieg und rückte auf Rang drei vor.

Nachdem die Weiß-Schwarzen zwischenzeitlich den Aufstiegsrängen näher waren als der Gefahrenzone, war der Abstieg in den letzten Spieltagen bereits nur noch rechnerisch möglich. Die Corona-Krise sorgte dann für ein jähes Ende der Saison nach 20 von 26 absolvierten Partien. Für die Schwarzwald-SG bedeutet dieser Umstand einen Platz auf dem Podium als Aufsteiger und einen souveränen Klassenerhalt mit 24:16 Punkten.

„Dieses Ergebnis ist natürlich sensationell. Es ist dennoch schade, dass die Saison nun abgebrochen werden musste“, fasst Co-Trainer Ralph Kammer seine Eindrücke zusammen. Auch innerhalb des Teams und des Vereins ist man stolz auf die Leistungen der Mannschaft, auch wenn man die Saison sicherlich gerne zu Ende gespielt hätte.

Auf die Frage nach dem unerwartet guten Abschneiden seines Teams hebt Krzysztof Lisiecki die Stärken hervor: „Wir haben bei Heimspielen eine unglaubliche Willenskraft gehabt und konnten auf eine gute Fitness setzen. Damit haben wir unsere Gegner überrannt“, so der Chef-Trainer. Auf dem Spielfeld wurde die Mannschaft von Marcel Bauer angeführt, der das Amt des Kapitäns zu Saisonbeginn übernahm und es ideal bekleidete. Mit 154 Treffern kann sich Bauer zudem über die „Torjägerkanone“ als erfolgreichster Torschütze der Landesliga Nord freuen.

Im Gespräch geht das Trainerduo jedoch auch auf einen Makel der Spielzeit ein. Einerseits blieb die Mannschaft in allen elf Heimspielen siegreich und ist mittlerweile seit über zwei Jahren in eigener Halle ungeschlagen. Auswärts jedoch konnten die Weiß-Schwarzen lediglich einen Sieg einfahren. „Die Mentalität aus Heimspielen fehlt uns in fremden Hallen. Die Mannschaft glaubt noch nicht so richtig an Siege“, konstatiert Lisiecki die größte Schwäche seines Teams.

Nichtsdestotrotz überwiegt die Freude über die positive Entwicklung des Herrenhandballs bei der SG, der mit dem erstmaligen Klassenerhalt in der Landesliga einen weiteren Höhepunkt erreicht hat. „Wir haben im Kollektiv überzeugt und können uns sehr gut mit dem Titel als Überraschungsteam anfreunden“, sagt Ralph Kammer.

Auch wenn es für die Sommervorbereitung noch keine konkreten Pläne gibt, so gibt zumindest die Personalsituation bei den Weiß-Schwarzen Anlass zur Freude. Einerseits bleibt der aktuelle Kader nahezu komplett erhalten. Andererseits stoßen einige Spieler aus der A-Jugend zum Kreis der Aktiven. Zuletzt kann aber auch bereits ein Neuzugang vermeldet werden. Mit Marco Schatz wechselt ein erfahrener und vielseitiger Routinier von der SG Oberes Kinzigtal zur Schwarzwald-SG.

SG Freudenstadt/Baiersbronn

 

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