Nach einer Serie von vier Auswärtsspielen in Folge kehrt der TuS Ringsheim am heutigen Dienstag (Pokalspiel) und am Samstag, 20.10.2018, endlich wieder zurück in die Kahlenberghalle.


Die Serie an Auswärtsspielen haben die Ringsheimer dabei durchaus erfolgreich hinter sicht gebracht. Zu Beginn setzte es eine, aus Sicht von Heiko Rogge, unnötige 24:28-Niederlage in Pfullendorf. In diesem Spiel scheiterte das Team von Roggen an sich selbst. Die Abwehraufgaben wurden nicht konsequent erfüllt und ermöglichten dem Gegner einfache Tore über den Kreis. Insgesamt ein Spiel zum vergessen, was auch schnell vollzogen war.

Am darauffolgenden Feiertag (3.10.) gab es durchaus etwas zu feiern. In der ersten Runde des SHV-Pokals setzten sich die Rogge-Schützlinge mit 26:20 beim TSV March durch. Ein Sieg ohne Glanz, aber mit Erfüllung der Vorgaben und einem unaufgeregten Spiel. Anders waren die Zeichen beim Spiel beim sehr stark eingeschätzten Aufsteiger HG Müllheim/Neuenburg am darauffolgenden Samstag. Nachdem man einen Riesenschock durch die schwere Knieverletzung von Mischa Fedorov und einen anschließend 3:6-Rückstand zu verkraften hatte, hat man sich wieder auf die Mentalität besonnen, allen Mut, Kampf und spielerische Elemente in die Waagschale geworfen.

Neben dem so verlässlichen Jan Schlötzer in der Abwehr, einem sehr gut aufgelegten Tobse Blust im Tor und der starken Angriffsachse Kölblin/Stöcklin spielte sich Fabian Mutschler als Turm in der Abwehr in den Vordergrund. Durch seine aggressive Blockarbeit war er der Garant, dass aus einem 16:16 (46. Minute) ein letztendlich deutlicher 25:18-Sieg wurde. „Das hat mich für den Jungen und das ganze Team echt gefreut. Diesen Schwung nahmen wir mit an den Bodensee am vergangenen Wochenende“, teilte Heiko Rogge mit.

Beim Bodensee-Aufsteiger SG Allensbach/Dettingen-Wallhausen wollten wir unbedingt nachlegen. Sehr konzentriert aus einer starken Abwehr heraus gingen wir mit einem 6:0-Lauf in Führung, wohl wissend das dieses Tempo und der Abstand kaum zu halten war. Der Gastgeber gab nie auf und kämpfte bis zur 47. Minute (16:17) gegen die drohende Heimniederlage an. Schlussendlich war es erneut eine absolute Willensleistung des gesamten Teams. Wieder einmal verdienten sich Jan Schlötzer (Abwehr) und der wiedererstarkte Gery Kaufmann (Angriff) Sonderlorbeeren.

So stehen die Mannen um TuS-Coach Heiko Rogge am 6.Spieltag des merkwürdigen Saisonspielplans mit 6:4 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz. Jedoch macht sich mittlerweile ein gewisser Verschleiß bemerkbar. Mit den langzeitverletzten Alin Coifu (Torwart/Kreuzbandriss), Arthur Buchmiller (Bänderriss & Muskelanriss im Wurfarm) sowie Mischa Fedorov (Kreuzbandriss) fehlen wieder drei Spieler dauerhaft. Die beiden Letztgenannten auf der so wichtigen Rückraumposition. Janik God ist diese Woche erst aus dem Langzeiturlaub zurückgekehrt und Simon Heim verlässt uns vorerst ab der kommenden Woche (Urlaub) sowie ab Januar 2019 (geplante Nasen-OP). Schon früh in seiner Handballkarriere geht eine große Verantwortung an den Ringsheimer Youngster Tom Kölblin, der seine Aufgaben bislang sehr gut erfüllt. Weiterhin wird der TuS ganz junge Spieler in das Team einbinden. „In Pfullendorf hat der erst 17-jährige Simon Person sein Debüt im Tor gegeben. Das sollte Ansporn für alle jungen TuS-Handballer sein, diesen Spielern nachzueifern, nicht vorschnell den vollmundigen Versprechungen anderer Vereine zu erliegen und den TuS bereits in Jugendjahren zu verlassen. Das wünsche ich mir sehr für die Zukunft“, so Heiko Rogge.

Die Zeichen in der ersten und zweiten Mannschaft stehen schon jetzt, sehr früh in der Saison, auf Zusammenhalt und Willenskraft. Eigenschaften, die wir in der vergangenen Saison-Rückrunde erfolgreich präsentieren konnten. Dies hat nicht für möglich gehaltenen positiven Saisonausklang (5.Platz) beschert.

Apropos SHV-Pokal. Am Dienstag ist der Drittliga-Absteiger(!) aus Köndringen/Teningen im Viertelfinale zu Gast. Die Vorgabe sind, den haushohen Favoriten so lange wie möglich Paroli zu bieten; jedoch nicht bis zum Äußersten zu gehen, da die Landesliga-Saison oberste Priorität hat und, man mit den Kräften haushalten muss.

„Zudem sollte man sich beim SHV den sportlichen Wert dieses Pokals überlegen. Ist doch seitens des DHB eine Ausspielung des Siegers bis zum 23.12. vorgeschrieben. Das heißt im Klartext wahrscheinlich vier(!) englische Wochen für die beiden Finalisten bis Weihnachten. Das ist für den Amateurbereich, meiner Meinung nach, unzumutbar. Quittiert wird dieser unglückliche Spielplan mit einem konsequenten Fernbleiben nahezu aller Topmannschaften aus der Region. Lediglich ein BW-Oberligist und zwei Südbaden-Ligisten sind in diesem Jahr am Start. Ehrlich gesagt, hätte ich unser Team am Liebsten auch nicht gemeldet. Als amtierender Titelverteidiger des SHV-Pokals sahen wir uns jedoch in einer sportlich moralischen Verpflichtung und haben einzig aus diesem Grund unsere diesjährige Teilnahme zugesagt“, betont Rogge zum Thema SHV-Pokal.

Am Samstag trifft man im Derby auf den direkten geographischen Nachbarn aus Herbolzheim. Nach einem Fehlstart im ersten Saisonspiel (25:26 gegen Ehingen) sind die TV’ler seit drei Spielen ungeschlagen. Am vergangenen Spieltag fegte man im Heimspiel den vormals Tabellenzweiten TV Pfullendorf mit 39:27 regelrecht aus der Halle. Dabei tat sich besonders die Rückraumreihe in Verbindung mit dem Kreisläuferspiel besonders hervor. Demnach liegt die Favoritenrolle eindeutig beim Gast. Oder spielt das in einem Derby überhaupt eine Rolle? In den vergangenen Duellen spielte immer die Tagesform eine große Rolle. Vielleicht wird das wird auch am Samstag der Fall sein.

Motivation ist für beide Teams das Geringste aller Probleme. Stehen doch mit Adrian Ohnemus und Dominik Klausmann zwei Eigengewächse des TuS Ringsheim in der Truppe des Gegners. Das Plus der Erfahrung liegt beim TV Herbolzheim. Durch die Verpflichtung von gleich vier erfahrenen Spielern aus der höherklassigen Südbadenliga (Sascha Erler-TuS Schutterwald; Marius Schmieder, Patrick Hoch und Timo Hoch - alle SG Waldkirch/Denzlingen) kann das Ziel der Gäste nur der direkte Aufstieg in die Südbadenliga sein. Toptorschütze Niklas Pommeranz wird dem TV auf Grund eines Kreuzbandrisses in der Vorbereitung längerfristig nicht zur Verfügung stehen können. An dieser Stelle wünschen wir „Niksen“ alles Gute und eine schnelle Genesung. Wir freuen uns auf seine sportliche Rückkehr auf das Handballfeld.

„Wir wollen und werden am Samstag unserer TuS-Tugenden ins Spiel werfen. Sofern sich im Pokalspiel niemand verletzt hat, könnten wir auf unsere derzeit bestmögliche Teambesetzung zurückgreifen“ bekräftigt der TuS-Trainer.

Nun dürfen alle gespannt sein, inwieweit der TuS Ringsheim den Titelaspiranten ärgern kann. Das Team und der Trainerstab werden alles geben und wünscht den Fans ein gutes und spannendes Lokalderby.
Bei aller gebotenen sportlichen Derbyrivalität bitten Spieler und Trainer des TuS um Fairness gegenüber den Gästespielern, deren mitgekommenen Fans und natürlich gegenüber den heutigen Schiedsrichtern!
Ungeachtet des Spielausgangs lädt der TuS Ringsheim alle Handballfans aus beiden Lagern herzlich zum anschließenden Oktoberfest im Hallenfoyer ein. Hier gibt es sicher genug Gelegenheiten beim gemütlichen Bier die Spielsituationen des heutigen Derbys zu analysieren.

TuS Ringsheim SG Köndringen/Teningen TV Herbolzheim

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