Stille in der „Sardinenbüchse“

Trainer Stefan Bayer bereitet sein Team auf die Corona-Bedingungen in der Herbert-Adam-Halle vor. Großer personeller Umbruch, aber das Ziel des TuS Altenheim sind wieder die vorderen Plätze.

 

Corona hat alle Vereine getroffen. Die einen mehr, die anderen weniger. Gefühlt gehört der TuS Altenheim zur ersten Kategorie. Erst gab es kein Beachhandball-Turnier, das für den Verein viel Aufwand, aber auch viel Ertrag bedeutet. Dann wurde der TuS beim neuen Modus in eine Gruppe gesetzt, in der die zugkräftigen Gegner wie Meißenheim, Ottenheim und Hofweier vorerst fehlen werden. Schließlich gibt es noch die Hygieneauflagen, die in der kleinen Herbert-Adam-Halle für erschwerte Bedingungen sorgen. Und sportlich steht ein Umbruch mit einem neuen Trainerteam bevor.

Hohe Trainingsbeteiligung

Immerhin: Die Mannschaft ist heiß, das merkt das Duo Stefan Bayer/Marco Fels nicht nur an einer relativ hohen Trainingsbeteiligung. „Die sind alle sehr willig und enorm fit“, hat Chefcoach Bayer registriert und mittlerweile den Trainingsalltag ausgerufen: „Die Vorbereitung war diesmal sehr lange. Jetzt sind wir quasi schon im Saisonmodus.“


Neues Trainer-Duo

Stefan Bayer, vier Jahre lang Coach der zweiten Mannschaft und am Ende mit ihr in die Landesliga aufgestiegen, hat die Nachfolge von Michael Schilling angetreten, der auf die Bank der SG Köndringen/Teningen gewechselt ist. Kreisläufer Marco Fels hat nach mehreren Verletzungen seine Karriere beendet und das Amt des Co-Trainers von Marius Schweickhardt übernommen.

Schaumann will es höherklassig versuchen

Neu im Kader ist Marvin Schaumann, der in Offenburg wohnt und den Bayer lange bei der SG Hornberg/Triberg/Lauterbach auf dem Schirm hatte. „Er will es nun auf hohem Niveau versuchen“, freut sich der Coach über den Halblinken.

Luca Barbon sucht neue Herausforderung

Einen stark beachteten Wechsel hat auch Luca Barbon vollzogen. Der variabel einsetzbare Rückraumspieler hat den HGW Hofweier verlassen, um im Ried eine neue Herausforderung anzunehmen.

Dennis Ammel schon erfahren

Mit Linkshänder Dennis Ammel stößt vom HTV Meißenheim zudem ein Akteur zum TuS, der bereits mit 17 bei der SG Köndringen/Teningen in der 3. Liga Erfahrungen sammeln konnte und trotz seiner erst 21 Jahre schon erfahren im Seniorenbereich ist.

Wechsel im Tor

Kevin Wilhelm, ebenfalls aus Meißenheim, hat nun gemeinsam mit Lukas Schäfer das schwere Erbe im Tor angetreten, die leistungsstarken Recken Philipp Grangé und Gunther Zölle zu ersetzen. „Der Verlust ist schmerzlich“, gibt Bayer zu. Grangé hatte mit seinem Wechsel in die sportliche Leitung der SG Köndringen/Teningen frühzeitig für Fakten gesorgt, bei Zölle, der keinen Wechsel, sondern das Karriereende signalisiert hatte, hoffte man bis zuletzt auf ein Umdenken. „Die Wunschlösung wäre Gunther und ein junger Torwart gewesen“, sagt Bayer offen. Aus der zweiten Mannschaft rückte Rechtsaußen Clément Daul auf.

Marvin Schilling wird noch fehlen

Noch einige Wochen fehlen wird Allzweckwaffe Marvin Schilling, der sich im Frühjahr erneut an der Schulter operieren lassen musste.

Verletzungsbedingte Rücktritte

Buchstäblich mit Schmerzen verbunden ist der Aderlass im Team. Mit Thomas Gaudin, Noel Lefevre, Joshua Denz und Marco Fels ist gleich ein Quartett aus Verletzungsgründen ausgeschieden, auch Thomas Farrenkopf hat aufgehört.

Maskenpflicht?

Ungeachtet der Tatsache, dass sich der TuS mit der Gruppeneinteilung erst noch anfreunden muss, ist für Bayer der Modus die richtige Lösung. „Wir haben deutlich weniger Spiele, und gerade im Handball müssen wir alles noch kritischer sehen“, weiß er und befürchtet für die Fans in „unserer Sardinenbüchse“ Maskenpflicht. Wie sich das auf die Stimmung auswirkt, muss man abwarten. Allerdings: „Von den Trainingsspielen ohne Zuschauer sind die Jungs jetzt Totenstille gewohnt“, lacht Bayer und hat auch schon einen Vorteil entdeckt: „Die Anweisungen kommen besser an.“


Abbruch gegenwärtig
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Was das Saisonziel betrifft, geht man in Altenheim in Etappen vor, am Ende will man aber oben mitspielen – wie immer. „Zwischenziel ist die Meisterrunde“, sagt Bayer. Das heißt, ein Gruppenplatz unter den vier. Da man aber immer mit einem Abbruch rechnen müsse, gehe es auch darum, „von Beginn an zu schauen, dass wir kein Spiel verlieren“. Das wird gleich eine Herausforderung. So kommt zum Auftakt der starke Aufsteiger HU Freiburg nach Altenheim, danach muss der TuS die ungeliebte Bodensee-Reise zum TV Ehingen antreten. Doch Stefan Bayer sagt auch: „Wenn wir in die Meisterrunde und dort dann oben mitspielen wollen, müssen wir uns mit allen messen.“ 

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